Eishockey-WM: Der Albtraum geht weiter

Eishockey-WM: Der Albtraum geht weiter

Deutschland spielt bei der WM wie ein Absteiger und verliert auch gegen Österreich mit 0:1.

Bern. Der sportliche Albtraum in "Schwarz-Rot-Gold" geht für die deutsche Nationalmannschaft bei der Eishockey-Weltmeisterschaft weiter. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp kassierte am Sonntag in der Berner Allmend-Arena mit dem 0:1 (0:0, 0:1, 0:0) gegen Österreich die fünfte Niederlage im fünften WM-Spiel. Sportlich ist die DEB-Auswahl nach der kleinstmöglichen aller Pleiten zwar abgestiegen, aber als Gastgeber der Weltmeisterschaft 2010 im eigenen Land bleibt Deutschland erstklassig.

Die Statuten des internationalen Eishockey-Verbandes sorgen dafür, dass Deutschland der totale Absturz erspart bleibt. In den Niederungen der A-Gruppe ist die Mannschaft von Bundestrainer Krupp indessen angekommen. Für den in der Kritik stehenden Bundestrainer wurde es im Verlauf des Turniers immer schwieriger, Gründe für das erfolglose Auftreten der DEB-Auswahl zu finden.

"Wir bestimmen zum größten Teil das Spiel, aber wir schaffen es nicht, Tore zu schießen. Und wenn man keine Treffer erzielt, hat man Probleme, Spiele zu gewinnen", sagte Krupp in seinem nur 33 Sekunden dauernden Statement und verschwand in der Kabine.

Die Stimmung des 43-Jährigen wird von Tag zu Tag schlechter. Am Wochenende war sogar die übliche WM-Pressekonferenz mit Krupp nach dem Training vom DEB abgesagt worden. Gestern kehrte der Bundestrainer erst auf Nachfrage zurück und stellte sich den Fragen der Medien. "Ich glaube an meine Spieler", sagte er. "Es sind die richtigen Spieler hier. Ich sehe keinen in Deutschland, der uns hier helfen könnte."

Rückendeckung bekam Krupp von DEB-Generalsekretär Franz Reindl: "Wir sehen das klare Konzept, das Uwe Krupp hat. Wir glauben an sein Konzept."

Vier Tore in fünf Spielen sind allerdings ein Armutszeugnis für die DEB-Auswahl, zumal zwei Tore von einem Verteidiger erzielt wurden. Christoph Schubert (Knieprobleme) von den Ottawa Senators fehlte aber gestern genauso wie Stürmer Yannic Seidenberg, der sich eine Schulterverletzung zugezogen hatte. Beide hatten schon am Samstag das Mannschaftshotel verlassen und waren abgereist.

Die Leistungen von Krupps Krisen-Crew entsprechen momentan fast B-Niveau. In den Trauer-Tagen von Bern sprengt die Mannschaft jede Negativ-Statistik. Zuletzt hatte es für die DEB-Auswahl bei der WM 1997 fünf Niederlagen nacheinander gegeben. Diesmal reichte den Österreichern, die zuletzt bei der WM 1934 in Mailand gegen den Nachbarn gewonnen hatten (2:1), vor 3828 Zuschauern ein Tor durch Thomas Koch (28.) auf Zuspiel von Thomas Vanek.

Am Montag trifft Deutschland im bedeutungslosen letzten Spiel der Relegationsrunde auf Absteiger Ungarn (12.15 Uhr/DSF).

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