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Saudische Mega-City „Neom“: Caster kritisieren neuen Sponsor der europäischen LoL-Liga

Saudische Mega-City „Neom“ : Caster kritisieren neuen Sponsor der europäischen LoL-Liga

Wegen harter Kritik von Fans und Mitarbeitenden hat die europäische League-of-Legends-Liga LEC die Kooperation mit dem Hauptsponsor „Neom“ nach weniger als einem Tag wieder beendet.

„Im Versuch, unser E-Sport-Ökosystem auszuweiten, haben wir uns zu schnell mit dieser Partnerschaft bewegt und die Community, die wir wachsen lassen wollen, gespalten“, hieß es in einem Statement von LEC-Direktor Alberto Guerrero. Es sei wichtig zu wissen, wenn man einen Fehler gemacht habe und diesen schnell zu korrigieren.

Mehrere Gesichter der LEC hatten sich am Tag zuvor auf Twitter öffentlich gegen den neuen Hauptsponsor ausgesprochen. Dabei handelte es sich um „Neom“, ein Unternehmen aus Saudi Arabien.

„Das ist enttäuschend, denn dies ist die LEC. Es ist mein Team, mein Produkt, mein Manager mein Büro“, twitterte beispielsweise Indiana „Froskurinn“ Black. Vor allem, weil sie die Entscheider im Unternehmen kenne, fühle sie sich zum Schweigen gebracht.

Auch Aaron „Medic“ Chamberlain sprach sich gegen die Partnerschaft aus: „Ich kann nicht in Worte fassen, wie frustriert und enttäuscht ich heute von der LEC bin.“

In Saudi-Arabien wird Homosexualität strafrechtlich verfolgt. Mehrere Caster, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind homosexuell oder begreifen sich als Teil der LGBTQ-Community.

Kritisiert wurde die Kooperation vor allem im Zusammenhang mit der parallel laufenden „Pride Week“ der LEC. Mit der Aktion spricht sich die LEC gegen Homophobie aus und unterstützt die LGBTQ-Community. So wurde beispielsweise das Logo der LEC auf Twitter in die Pride-Farben geändert.

„Neom“ soll eine futuristische Mega-City in Saudi-Arabien werden, mit geschätzten Kosten von 500 Milliarden US-Dollar. In Werbefilmen war von „bessere Menschen, bessere Gesellschaft“ die Rede.

Die LEC wurde von Fans bereits in der Vergangenheit für die Auswahl ihrer Sponsoren kritisiert, beispielsweise für eine Kooperation mit Shell. League of Legends wird außerdem von Riot Games entwickelt, einer Tochter des chinesischen Unternehmens Tencent.

Auch die Counter-Strike-Turnierserie Blast Premier hatte am Tag zuvor „Neom“ als neuen Sponsor angekündigt. Die Reaktion darauf fiel zunächst zurückhaltender aus.

© dpa-infocom, dpa:200729-99-968044/5

Tweet von Froskurinn

Tweet von Medic

Ankündigung des Sponsors

Ankündigung von BLAST

Statement von Guerrero

(dpa)