Duisburg blamiert Köln

2. Bundesliga : Duisburg blamiert Köln

Der 1. FC Köln verliert beim 1:2 wieder ein Heimspiel, diesmal gegen das Schlusslicht der 2. Liga.

Es gibt nicht wenige Fußball-Fans in Köln, die sahen in dem FC-Torwart Timo Horn den nächsten Kölner Fußball-Nationalspieler heranreifen. Eine Abstiegssaison in der Eliteliga und zwölf Gegentore in den ersten acht Zweitligaspielen mit einigen kleineren Patzern später redet niemand mehr davon. Der Tabellenführer der 2. Liga verdankt seinen Status Stürmer Simon Terodde und dessen zwölf Toren, weniger dem Schlussmann Horn. Das wurde gestern im Spiel gegen Zweitliga-Schlusslicht MSV Duisburg erhärtet, als Horn der erste hart getretene Torschuss der engagierten Gäste von Cauly Oliveira Souza durch die Beine glitt.

Spät zu sehen, nicht zwingend ein Fehler – aber eben auch keine Eins in der Bewertungsskala. Es sollte sich gegen die vom neuen MSV-Trainer Torsten Lieberknecht glänzend eingestellten und enorm motivierten Duisburger nicht noch einmal nachweisen, was zuvor so oft funktioniert hatte: Die inzwischen obligatorischen Patzer im Defensivspiel glich die starke Offensive mit Louis Schaub, Dominick Drexler, Christian Clemens und Simon Terodde eben nicht mehr aus. Es brauchte zuerst einen mächtigen Kopfball des Nationalspielers Jonas Hector (35.), um den Rückstand auszugleichen. Und es blieb danach auch vor allem das überraschend kesse Schlusslicht gefährlich: vor allem, als der ehemalige Düsseldorfer Dustin Bomheuer in der 44. Minute einen Kopfball an die Latte setzte, weil Horn dieses Mal prächtig reagierte.

Köln erhöhte in der Folge den Druck, stellte Hector vom linken Verteidigerposten ins Mittelfeld, war aber wieder nachlässig in der Defensive: In der 73. Minute fälschte Rechtsverteidiger Matthias Bader einen Schuss aus kürzester Entfernung von Oliveira Souza zum 1:2 für Duisburg ins Kölner Tor ab. FC-Trainer Markus Anfang setzte jetzt auf totale Offensive, wechselte die Stürmer Serouh Guirassy (für Clemens) und John Cordoba (für Bader) ein, zog damit aber kein Ass aus dem Ärmel. Stattdessen ist die Heimbilanz jetzt arg beschädigt:

Niederlagen gegen Paderborn und Duisburg, also gegen zwei durchaus offensiv mutig auftretende Underdogs, dazu ein Remis gegen Union Berlin – das ist nicht die Bilanz eines unberührbaren Aufstiegsaspiranten, der trotzdem Tabellenführer bleibt. Duisburg hingegen feierte nach bislang zwei Unentschieden und sechs Niederlagen seinen ersten Sieg – und springt auf Rang 16.

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