Ironman: Die wichtigsten Fakten zum Ironman auf Hawaii

Ironman : Die wichtigsten Fakten zum Ironman auf Hawaii

Jan Frodeno fehlt, der zweifache Weltmeister, der Olympiasieger von 2008, der Dominator der Saison 2018. Und so werden die Karten neu gemischt für den Ironman auf Hawaii, dem Höhepunkt der Triathlonsaison im Pazifik.

Der 37-Jährige hatte alles abgeräumt im Laufe des Jahres, die Konkurrenz schaute ehrfürchtig in seine Richtung, aber eine Sprunggelenksverletzung stoppt „Frodo“. Verletzungspech, wie im Vorjahr, als ein Transponder auf der gut vierstündigen Radstrecke auf einen Rückennerv drückte und Frodeno beim Laufen alle Chancen auf eine erneute Titelverteidigung streichen musste. Hier wichtige Daten und Fakten zum Ironman auf Hawaii:

Was für eine Strecke muss bewältigt werden?

Das Schwimmen ist 3,86 km lang, es folgen 180,2 km Radfahren, ehe ein Marathon über 42,195 km die Renn-Triologie abschließt.

Seit wann gibt es das Rennen auf Hawaii?

Im Frankreich der 20er Jahre soll es einen Dreikampf gegeben haben mit 3000 Meter Laufen, 12 km auf dem Rad und dem abschließenden Überqueren der Marne. Der heutige Triathlonsport nahm Anfang der 70er Jahre Fahrt auf, dann aber in umgekehrter Reihenfolge als in Frankreich. Im Jahr 1978 wurde der Ironman erstmals ausgetragen, 15 Männer gingen an den Start auf der Suche nach dem besten Athleten aus drei Ausdauerwettbewerben auf Hawaii. Der Sieger wurde Ironman genannt.

Was macht den Mythos von Hawaii aus?

Das Schwimmen im offenen Meer findet aufgrund der Wasser-Temperaturen ohne Neoprenanzug statt. Die Radstrecke wird durch Hitze und starke Winde, die böigen Mumuku-Winde, zur besonderen Herausforderung. Der Marathon ist fast immer eine Hitzeschlacht. Allerdings dürften der Ironman Lanzarote und Wales noch härtere Prüfungen sein.

Wie heißen die ersten Sieger?

1978 gewann der Amerikaner Gordon Haller in 11:46:45 Stunden, ein Jahr später war Lyn Lemaire die erste Siegerin.

Wer darf auf Hawaii starten?

Die Profis qualifizieren sich über das sogenannte Kona-Ranking für Hawaii, dabei sind nur die 50 Punktbesten der Saison startberechtigt. Die Agegrouper, also Altersklassenathleten, könnten sich weltweit auf rund 45 Ironman-Wettbewerben für Hawaii qualifizieren. Dafür müssen sie in ihrer Altersklasse Spitzenränge belegen, meist sogar diese gewinnen. Die Agegrouper beginnen bei den 18- bis 24-Jährigen und werden in Fünf-Jahres-Schritten fortgeschrieben. Bei der Ironman-EM in Frankfurt werden zum Beispiel 75 solcher „Slots“ (Startplätze) für Hawaii vergeben.

Wem gehört die sogenannte Ironman-Serie?

Die Wanda Group aus China besitzt Immobilien, Kaufhäuser und auch Sportvermarktungsrechte, ist Hauptsponsor der Super League im Fußball in China, aber auch langfristig als WM-Sponsor bei der Fifa. Vor drei Jahren kaufte die Wanda Group die Ironman-Rechte der World Triathlon Corporation (WTC) von Providence Equity Partner (PEP) für 650 Millionen Euro. Ein gutes Geschäft für PEP, die 2008 für die gleichen Rechte 185 Millionen Dollar zahlte.

Gibt es eine Konkurrenz-Serie zum Ironman?

Ja, die weltweit agierende Challenge-Serie mit gleichen Distanzen. Mit der Veranstaltung in Roth besitzt dieses Franchise den zweitwichtigsten Triathlon-Event der Welt. Jan Frodeno stellte mit 7:35:39 Stunden die Weltbestzeit in Roth 2016 auf.

Wer sind die Rekordsieger?

Bei den Herren gewannen Dave Scott und Marc Allen jeweils sechs Mal. Legende ist der „Ironwar“ von 1989, als Allen im Schlussspurt gegen Scott gewann. Bei den Frauen gewann Paula-Neby-Fraser (USA) acht Mal.

Welche Deutschen gewannen in Kona?

Thomas Hellriegel (1997), Norman Stadler (2004 und 2006), Faris al-Sultan (2005), Sebastian Kienle (2014), Jan Frodeno (2015 und 2016), Patrick Lange (2017). Bei den Frauen fehlt ein deutscher Sieg, der Erfolg von Nina Kraft 2004 wurde nach einem positiven Epo-Test aberkannt.

Wer sind die Favoriten 2018?

Bei den Frauen gibt es nur eine Topfavoriten mit der Schweizerin Daniela Ryf, die drei Mal in Folge mit großem Abstand siegte. Titelverteidiger Patrick Lange (Darmstadt) wird gejagt von Sebastian Kienle, Lionel Sanders (Kanada), Patrick Nilsson (Schweden) und Ironman-Debütant Javier Gomez (Spanien).

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