Der Sportdirektor Flick entscheidet auch über Löw

Der Sportdirektor Flick entscheidet auch über Löw

Am Montag trat Hans-Dieter Flick sein neues Amt an. Er will die besten Trainer zum DFB holen.

Frankfurt. Vom Löw-Assistenten zum Kommandogeber des deutschen Fußballs: Hans-Dieter Flick ist am Montag sein neues Amt als Sportdirektor des DFB offiziell angetreten.

Herr Flick, freuen Sie sich auf den Schreibtisch in der Zentrale des deutschen Fußballs?

Hansi Flick: Ja, das ist eine Aufgabe, die mich fasziniert, in der ich viel bewegen kann. Irgendwann ist immer Zeit für eine Veränderung. Die personelle Konstellation stimmt. Es waren acht sehr gute Jahre mit der Nationalmannschaft, ich kenne die Strukturen, ich kenne die handelnden Personen, ich kann gleich loslegen. Das ist sicher ein Vorteil.

Und nun verschiebt sich trotzdem alles?

Flick: Nein, das sehe ich nicht so. Als Co-Trainer war ich immer schon das Bindeglied zwischen A-Nationalmannschaft und den Juniorenteams im DFB. Es war toll, mit den besten Spielern Deutschlands zusammenzuarbeiten. Meine Mannschaft sind zukünftig die Trainer. Gute Trainer müssen gute Kommunikatoren sein. Jede Kleinigkeit in der Kooperation mit den Vereinen ist wichtig. Alles, was Spieler beeinflusst, ist wichtig. Wir müssen Bescheid wissen.

Worum geht es in Ihrem neuen Job?

Flick: Um die Entwicklung des Fußballs. Um Trends, um neue Ideen, um Strategien. Ich bekenne mich wie auch schon Matthias Sammer klar zur Eliteförderung. Ohne Breite aber gibt es keine Spitze. Daher hat der DFB ja 366 Stützpunkte in Deutschland, 1300 Honorartrainer und 29 hauptamtliche Trainer. Die besten Spieler brauchen die besten Voraussetzungen.

Sie wechseln auf dem Höhepunkt der Entwicklung dieser Mannschaft.

Flick: Ich kann mir keinen besseren Zeitpunkt wünschen, die Weichen sind gestellt. Wir wollen nicht nur die besten Trainer ausbilden, wir wollen selbst die besten Trainer beim DFB haben. Sie sind entscheidend für die Entwicklung der Spieler.

Wie ist das Verhältnis von Basis und Elite?

Flick: Es geht um eine einheitliche Spielphilosophie — von der U15 bis zur A-Nationalmannschaft. Es geht um Nachwuchsleistungszentren der Bundesliga-Vereine, es geht um die Fußball-Akademie, die wir aufbauen.

Was haben Sie zu bieten?

Flick: Unsere Nachwuchstrainer müssen auch die Champions League sehen. Ich habe enorm profitiert von Hospitanzen beim FC Barcelona, Real Madrid, dem FC Arsenal. Das sind Clubs, die offen sind.

Wie steht es um die Hierarchie im Verhältnis zum Bundestrainer?

Flick: Es geht uns nicht um Eitelkeiten und Positionen, es geht um die Sache. Ich entscheide über die Einstellung der Nachwuchstrainer. Und dass der Sportdirektor irgendwann auch gefragt werden wird, wenn es um die Besetzung des Bundestrainers geht, ist doch völlig normal. Wobei sich diese Frage im Moment ja gar nicht stellt.

Würden Sie nicht doch lieber als Trainer in die Bundesliga wechseln?

Flick: Nein, ich habe einen Vertrag bis 2019, und ich erfülle meine Verträge.

Robin Dutt hat es nicht lange beim DFB ausgehalten. Das kann Ihnen auch mit Ihren Trainern passieren.

Flick: Wir haben auch immer einen Plan B.