Boxen Unumstrittener Weltmeister: Klitschko gratuliert Usyk

Riad · Der Ukrainer Usyk ist unumstrittener Schwergewichtsweltmeister. Das erreichte Landsmann Wladimir Klitschko nie. Er zeigt sich glücklich über den Sieg - und hebt die Bedeutung für das Land hervor.

Der Ukrainer Oleksandr Usyk (l) brachte den Briten Tyson Fury in der neunten Runde an den Rand eines Knockouts.

Der Ukrainer Oleksandr Usyk (l) brachte den Briten Tyson Fury in der neunten Runde an den Rand eines Knockouts.

Foto: Francisco Seco/AP

Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko hat seinem ukrainischen Landsmann Oleksandr Usyk zum Besitz aller bedeutenden WM-Titel im Schwergewicht gratuliert und die Bedeutung für das vom Krieg gezeichnete Land hervorgehoben.

„Der neue unumstrittene Schwergewichts-Weltmeister ist Oleksandr Usyk. Ruhm der Ukraine“, sagte der 48-Jährige in einem Video auf der Plattform X. Neben ihm stand Andrij Schewtschenko, der Ex-Profi und aktuelle Präsident des ukrainischen Fußballverbands. Beide schauten das furiose Spektakel in Riad vor Ort. Bilder zeigen, wie Klitschko Usyk im Ring herzlich nach dem Kampf umarmte.

Usyk hält nun alle wichtigen Titel im Schwergewicht

Der 37-Jährige hatte in der Nacht zum Sonntag in einem Vereinigungskampf den zuvor ungeschlagenen Briten Tyson Fury besiegt. Usyk widmete seinen Sieg auch den ukrainischen Soldaten im Kampf gegen Russland. Laut Klitschko gebe der Triumph dem seit Anfang 2022 von Krieg geplagten Land Hoffnung. „Dieser Sieg ist extrem wichtig für uns Ukrainer“, sagte Klitschko dem Sender „TNT Sports“. „Jede Nacht und jeden Tag bombardieren uns die Russen mit Raketen und Kamikaze-Drohnen“, fügte er hinzu. „Wir werden nicht nur im Boxring kämpfen und einen Sieg erringen, sondern auch in dem sinnlosen Krieg, den Russland begonnen hat.“

Usyk zeigte sich am Sonntagmorgen in einem Sessel mit dem WBC-Gürtel, den er Fury abgeknöpft hatte. Dazu schrieb er bei Instagram: „Willkommen in der Familie.“ Davor besaß er bereits die bedeutenden WM-Auszeichnungen der Verbände IBF, WBO und WBA - daneben noch jenen der IBO. Der ukrainische Profiboxer hält zum ersten Mal nach Lennox Lewis vor 25 Jahren alle wichtigen Titel im Schwergewicht.

Boxfans dürfen sich wohl auf eine Revanche freuen

Usyk hatte seinen Kontrahenten nach Punkten durch eine geteilte Entscheidung der Ringrichter besiegt. Zwei sahen den stark zurück in den Kampf gekommenen Usyk vorn (115:112, 114:113), einer sah Fury knapp im Vorteil (114:113). Fury hatte zwar die ersten Runden teils dominiert, doch Usyk startete eine beeindruckende Aufholjagd. Er brachte den Briten in der neunten Runde sogar an den Rand des Knockouts.

Für das Duell gab es eine Rückkampfklausel. Beide Box-Superstars einigten sich noch im Ring auf eine Revanche. Fury erklärte, dass er sich als Sieger des Kampfs sehe. 2015 hatte Fury Wladimir Klitschko besiegt und ihm drei bedeutende Titel abgenommen.

Das Duell, das unter anderem wegen finanzieller Streitigkeiten der beiden Lager und einer aufsehenerregenden Cut-Verletzung Furys mehrmals verschoben werden musste, wurde von vielen Experten als Box-Jahrhundertereignis bezeichnet. Beide Profis gingen unbesiegt in das Duell.

© dpa-infocom, dpa:240519-99-88979/4

Meldung durchgehend aktualisiert

(dpa)
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