Basketball: Ein Spitzen-Klub zieht um

Basketball: Ein Spitzen-Klub zieht um

Der Wechsel der Giants Leverkusen nach Düsseldorf ist fast perfekt. Doch dort heißen sie nicht alle willkommen.

Düsseldorf. Otto Reintjes liegt in diesen Tagen krank im Bett. Doch das hält den Geschäftsführer von Basketball-Bundesligist Giants Leverkusen kaum davon ab, den Umzug nach Düsseldorf voranzutreiben. Klar scheint, dass Profi-Basketball in Leverkusen endgültig erledigt ist. Nach 40Jahren und 14 Meistertiteln gehen die Lichter aus. Dem Vernehmen nach sollen die Akteure des Bundesligisten schon von ihren Agenten auf dem Markt angeboten werden. Die Mitarbeiter werden vom Bayer-Konzern aufgenommen, der seine jahrelange finanzielle Unterstützung nach dieser Saison einstellt. Anders als in Köln fanden sich keine neuen Sponsoren.

Rheinaufwärts hatten die Köln99ers vor der Insolvenz gestanden, weil der Mäzen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte. In letzter Minute war eine Sponsorengruppe eingesprungen und hatte einen der erfolgreichsten deutschen Klubs der vergangenen acht Jahre (dreimal Pokalsieger, einmalMeister) gerettet. In Leverkusen sieht es nicht danach aus, eine Fan-Initiative lief ins Leere. Reintjes hat den Umzugswagen schon bestellt: "Standortwechsel und Lizenzübertragung stehen kurz bevor." Der Wirtschaftsplan steht, der Mindestetat von einer Million Euro soll durch Düsseldorfer Geldgeber garantiert und die Gründung einer GmbH vorbereitet sein. Der Antrag auf die Lizenz muss bis zum 17.März gestellt werden.

An Reintjes’ Seite kämpft die Stadt Düsseldorf - beim jüngsten Heimspiel vertreten durch Sportagentur-Chefin Christina Begale, rechte Hand des Oberbürgermeisters Joachim Erwin. Sie bietet gleich drei Hallen an, in denen die Leverkusener spielen könnten: Den Dome (13500 Plätze), die Philipshalle (4000) und die Halle in Reisholz (3700). In letzterer spielen derzeit noch die Düsseldorf Magics, die in der 2.Bundesliga um den Klassenerhalt kämpfen.

Deren Stammverein ART Düsseldorf - die Magics sind die als GmbH ausgelagerte erste Mannschaft - hatte sich vor zwei Wochen offen gegen eine Kooperation ausgesprochen. Doch das könnte den finanziell angeschlagenen Magics schlecht bekommen. Um das derzeitige Etatloch zu stopfen, war eine Lebensmittelfirma eingestiegen. Ein zukünftiges Engagement verknüpft der Geldgeber aber daran, dass es keinen weiteren Bundesligisten in Düsseldorf geben soll.

Kommt Leverkusen, bedeutet es wohl das Aus für die Magics, und der ART mit der drittgrößten Basketball-Abteilung Deutschlands ist außen vor. Auch wenn Reintjes weiter Gesprächsbereitschaft beteuert, da man "mit einem oder mehreren Partnerver-einen kooperieren" wolle. Zudem sind Schul-Aktionen geplant, um fester Bestandteil der NRW-Landeshauptstadt zu werden. Dazu passt, dass Reintjes offenbar Kontakt zu Ex-Mitarbeitern von Rhein Fire aufgenommen hat, das ehemals Teil der im Sommer 2007 eingestellten Football-Europaliga und von der Gesellschaftsstruktur ähnlich aufgestellt (GmbH) war wie ein Basketball-Bundesligist. Rhein Fire hatte es mit etlichen Maßnahmen und Aktionen geschafft, erfolgreicher Teil des Sports in der Stadt Düsseldorf zu werden.

Grevenbroich Die Grevenbroich Elephants waren 2003 in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Vor zwei Jahren gelang die Rettung vor dem finanziellen Aus nur dank eines Kraftakts von Politik, Wirtschaft und Sport. In der vergangenen Saison stieg Grevenbroich aus der 2.Liga ab und ist derzeit Dritter in der Regionalliga.

Mönchengladbach Die Mönchengladbach Lions verpassten im vergangenen Jahr nur knapp die Qualifikation für die neu eingeführte "bessere" 2. Bundesliga Pro A. In der darunter stehenden ProB sahen die Löwen keine Zukunft und zogen sich freiwillig aus der "schlechteren" 2.Liga in die Regionalliga zurück, wo sie drei Spieltage vor Saisonende Siebter sind.

Krefeld Die Krefeld Panthers sind Geschichte. Aus der Bezirksliga waren sie in rund 15 Jahren seit der Gründung 1988 in die 2.Bundesliga gekommen. Doch die Saison 2004/05 bedeutete den Anfang vom Ende. Nach dem Wiederabstieg folgte der sportliche Absturz in die Bedeutungslosigkeit.

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