Aufbruch ins Südsee-Paradies

Aufbruch ins Südsee-Paradies

Nina und Adrian Hoffmann haben ihr Eiland im Inselstaat Tonga gefunden. Nun organisieren sie die Anreise.

Tonga. Es hat ein bisschen länger gedauert, als wir erwartet haben. Aber jetzt haben wir unsere einsame Insel endlich gefunden. Sie liegt sehr abgeschieden in der Ha‘apei Group, mehr als 100 Kilometer von Tongas Hauptinsel Tongatapu entfernt.

Ein breiter Sandstrand umzieht sie, an manchen Stellen ragen Felsen aus dem Wasser, unter den Bäumen in der Mitte findet sich saftige Erde. Das Wasser ist türkisblau. Wenn schon, dann das volle Klischee. Diese Insel ist genau, was wir gesucht haben — und mit etwa 800 Meter Länge und 200 Meter Breite ganz überschaubar.

Beim Dorfchef auf einer 40 Kilometer entfernten Insel habe ich mich bereits vorgestellt und um Erlaubnis gebeten, sein neuer Nachbar werden zu dürfen. Wer den Einheimischen Respekt entgegenbringt, dem stehen alle Türen offen

. Mit Pulver der Pfefferpflanze Kava — das Südsee-Mitbringsel Nummer eins — und Rindfleisch in Dosen bin ich dort angekommen. Aus dem Pulver bereiten die Insulaner einen einschläfernden Drink, und rotes Fleisch ist rar und deshalb sehr beliebt.

Da wir jetzt das Okay des nächsten Dorfchefs haben, brechen wir in Kürze auf die einsame Insel auf. Mit einem Fischer habe ich bereits alles aus nächster Nähe angeschaut und vereinbart, dass er für uns die ersten paar Monate Versorgungsfahrten macht — wodurch das Dorf ein wenig Einkommen hat und wir gut starten.

Zunächst wollen wir allerdings eine direkte Bootsfahrt von Tongas Hauptinsel Tongatapu aus finden, aber das ist der am schwersten zu organisierende Punkt in unserer gesamten Planung. Optionen gibt es viele, gena alsu wie Preisvorstellungen von Bootsmännern. Nina und ich verbringen bereits Wochen damit, Leute zu finden, die uns auf die Insel bringen könnten. Die wahrscheinlichste Variante ist momentan ein Segeltörn. Roy, ein 62-jähriger Engländer, will uns in seinem Trimaran bis ans Ziel bringen.

Der Trimaran hat einen entscheidenden Vorteil. Es passt jede Menge rein. Werkzeug für den Hüttenbau, Regentank, Gaskocher, Solarausrüstung, zwei große Plastikkisten mit Medizin und reichlich Antibiotika. Alles, was wir für einen Anfang brauchen. Vor allem genug Reserven an Essen und Trinkwasser.

Zuerst werden wir auf der Nachbarinsel wohnen, die in der gleichen Lagune liegt. Dort steht ein Holzhaus, das wir im Einverständnis der Eigentümer als Stützpunkt nutzen können. Hier gibt es bereits einen Wassertank und auch gute Erde für einen Garten. An ruhigen Tagen werden wir dann in Kajaks von dieser Insel auf unsere Auserwählte paddeln, um dort mit dem Hüttenbau zu beginnen.