Smartphones, Phablets und Tablets: Darf es ein bisschen mehr sein?

Smartphones, Phablets und Tablets: Darf es ein bisschen mehr sein?

Smartphones, Phablets und Tablets buhlen um die Käufergunst. Was sich für wen eignet.

Düsseldorf. Apple hat die Welt verändert. Mit der Vorstellung des ersten iPhones 2007 und des iPads 2010 führte der verstorbene Technik-Visionär Steve Jobs zwei neue Geräteklassen ein: das Smartphone und das Tablet. Mittlerweile hat die moderne IT-Familie vor allem dank Samsung noch ein weiteres Mitglied — das Phablet. Das Kunstwort setzt sich zusammen aus Phone und Tablet. Es beschreibt Handys mit großem Display, die aber immer noch handlich genug sind, um stets ohne Tasche bei sich getragen zu werden. Doch was eignet sich für wen?

Die erste Frage ist, will man vor allem mit dem Handy telefonieren, ohne ab und an auf das mobile Internet zu verzichten? Wer nun ja sagt, ist eher der klassische Smartphone-Typ. Geräte mit einer Display-Diagonalen deutlich unter fünf Zoll (knapp 13 Zentimeter) versprechen handliche Ausmaße und ein annehmbares Gewicht. Die Geräte sind Telefone mit dem Bedienkomfort des berührungsempfindlichen Bildschirms, erlauben auch unterwegs das Surfen im Internet und sind ständige Begleiter.

Erst wenn man sehr oft online ist, vielleicht sogar öfter, als man telefoniert, reicht das „kleine“ Smartphone nicht mehr aus. Viel lieber möchte man ein größeres Display ab fünf Zoll an aufwärts haben. Eins, auf dem man HD-Videos in aller Detailpracht sehen kann und auf dem man problemlos Texte lesen kann, ohne ständig zoomen zu müssen.

Wenn man dann noch immer wieder produktiv sein muss und Dokumente unterwegs bearbeiten will, betritt man das Reich der Phablets. Sie sind noch kompakt genug, um ständige Begleiter zu sein und lassen sich als Telefon benutzen. Im Zweifel eine drahtlose Freisprecheinrichtung per Bluetooth-Funktechnik nutzen. Die Faktoren Größe und Gewicht spielen dann nicht mehr die entscheidende Rolle. Das Note-Phablet von Samsung bietet sogar einen Eingabestift, mit dem man sehr komfortabel und genau mit dem Gerät arbeiten kann. Und der Stift erkennt auch die eigene Handschrift, wenn man damit auf dem Display schreibt. Das Note wird so zum elektronischen Notizblock.

Wofür benötigt man dann noch ein Tablet? Tatsächlich stagnieren die Tablet-Verkaufszahlen nach Jahren des Booms, auch weil Phablets ihnen den Rang ablaufen. Ihr großer Nachteil ist, dass sie Zweitgeräte sind, die man zusätzlich zum Smartphone mit sich trägt — und für die man eine Tasche benötigt.

Dafür können die besseren Tablets ein Notebook durchaus ersetzen, sie sind aber kleiner und leichter. Wer oft oder ständig unterwegs ist, aber keine Abstriche bei der Produktivität machen möchte, ist bei einem Tablet richtig: Dokumente lassen sich sehr komfortabel bearbeiten. Und es ist einfacher, Videos oder Bilder auf den größeren Geräten jenseits von sieben Zoll zu betrachten, als auf einem Smartphone oder Phablet.

Was eignet sich nun für wen? Vieltelefonierer, die nur selten mit ihrem Handy arbeiten, setzen eher auf ein klassisches Smartphone. „Arbeitstiere“, die es nicht stört, ein zweites Gerät mitzuschleppen, schaffen ein Tablet an. Phablets sind der gute Kompromiss. Und mittlerweile ist die Auswahl in dieser Klasse so groß, dass beide Gruppen bedient werden: Menschen, die eher telefonieren und Menschen, die immer wieder mit dem Gerät arbeiten müssen.

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