1. Specials
  2. Ratgeber-Specials

Das Haushaltsbuch: Wo bleibt nur immer das Geld?

Das Haushaltsbuch: Wo bleibt nur immer das Geld?

Das Haushaltsbuch: Ein nützliches Instrument feiert Auferstehung. Es deckt unnötige Ausgaben auf.

Düsseldorf. Wofür gebe ich das meiste Geld aus? Müssen alle meine Fixkosten auch wirklich sein? Wie viel sollte ich am Ende des Monats übrig haben? Wer wissen möchte, ob er mit seinem monatlichen Budget besser auskommen könnte, für den lohnt sich ein Haushaltsbuch.

Zwar ist die private Budgetplanung in den vergangenen Jahren ein wenig aus der Mode gekommen. Doch wer eine zeitlang Buch über seine Ausgaben führt, kann erstaunliche Entdeckungen machen. „Oft sind die Leute überrascht, wenn sie sich vor Augen führen, wofür sie ihr Geld ausgeben“, sagt Frank Lackmann von der Verbraucherzentrale.

Lackmann, Experte für Schuldnerberatung und Budgetplanung weiß: „Wenn am Ende des Monats zu wenig übrig bleibt, obwohl man gut verdient, gibt es dafür drei Möglichkeiten.“ Erstens sei es möglich, dass man für das Nötigste zu viel ausgibt. „Dann muss man sich überlegen, ob man die Lebensmittel mal beim Discounter statt im Bioladen kauft.“ Zweitens könnten unnötige Fixkosten bestehen. „Viele Paare haben zwei Haftpflichtversicherungen, obwohl der Partner jeweils mitversichert ist.“

Drittens sei es schlichtweg möglich, dass das Budget unwissentlich verpulvert wird, indem permanent kleine Beträge etwa für den teuren Kaffee zum Mitnehmen oder den Schokoriegel am Bahnhof ausgegeben werden.

Wer wissen will, welches Muster auf ihn zutrifft, welcher Geld-Typ er also ist, sollte zunächst alle festen Einnahmen (Einkommen, Zinsen, Kindergeld) und Ausgaben (etwa für Miete, Telefon, Versicherungen) auflisten.

„Häufig werden Quartals- und Jahreszahlungen vergessen, wie etwa die alle drei Monate anstehenden Rundfunkgebühren oder Vereinsbeiträge“, sagt Lackmann. Wer die nicht einkalkuliert, kann eiskalt erwischt werden.

Wer am Ende der Kostenaufstellung feststellt, dass er eigentlich viel übrig haben müsste, aber dennoch immer klamm ist, muss bei den variablen Ausgaben ansetzen.

„Dabei muss ich wirklich penibel sein und jede Kleinigkeit notieren, die ich kaufe“, rät Lackmann. Denn nicht immer wird das meiste Geld auch für die wichtigsten Dinge ausgegeben. Kleidung, Tabak und Kosmetikartikel können unbemerkt kräftig zu Buche schlagen.

Mit Hilfe des Haushaltsbuches, das mindestens drei Monate geführt werden sollte, kann nachjustiert werden.

Die Verbraucherzentrale rät dazu, dass pro Monat mindestens 350 Euro übrig bleiben sollten. So sei sicher gestellt, dass auch ungeplante Kosten, etwa für eine neue Waschmaschine oder eine Autoreparatur, aufgefangen werden können.

Raten für Kredite sollten nicht mehr als 15 Prozent des Einkommens ausmachen.