1. Specials
  2. Politik
  3. Landtagswahl NRW

Landtagswahl 17: TV-Duell: Kraft und Laschet auf Augenhöhe

Landtagswahl 17 : TV-Duell: Kraft und Laschet auf Augenhöhe

Lebhafte Debatte bei TV-Duell. Kraft fällt gelegentlich aus der Rolle.

Köln. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) versprach den Zuschauern Leidenschaft für NRW, ein Herz am rechten Fleck und einen langen Atem, ihr Herausforderer Armin Laschet (CDU) kündigte Ideen für das Land, den Anspruch, NRW nach vorne zu bringen und ebenfalls viel Leidenschaft an: Knapp zwei Wochen vor der NRW-Landtagswahl lieferten sich die beiden Spitzenkandidaten im WDR-Fernsehen ein überraschend lebhaftes Duell, bei dem Herausforderer Laschet überraschend deutlich punktete und Kraft gelegentlich aus der Rolle fiel.

Die Ministerpräsidentin trat im roten Blazer vor die Kameras (bisher trug sie Blau im Wahlkampf), Laschet mit nachlässig gebundener Krawatte in Orange. Vielen Themen — innere Sicherheit, der Fall Amri, das Stauland NRW — lagen Laschet deutlich mehr als Hannelore Kraft, bei Kommunalfinanzen lag die Amtsinhaberin vorne. Die reagierte teils von oben herab, lachte Laschet aus, einmal schrie sie ihn sogar an, was die Moderatorinnen Sonia Mikich und Gabi Ludwig mit der Bemerkung quittierten: „Sie hatten uns ja Leidenschaft versprochen.“

Beide Kandidaten agierten mindestens auf Augenhöhe. Die Themen hatte der WDR ihnen vorher genannt, die Fragen kannten sie nicht. Spannend dürfte für die Parteien, die beide im Anschluss an die Sendung einen Sieg für ihren jeweiligen Kandidaten reklamierten, das Urteil der Zuschauer sein. Dazu veröffentlichen wir zeitnah die Daten aus dem Debat-O-Meter, über den Leserinnen und Leser am Dienstagabend abstimmen konnten.

Für den WDR war es das vierte Duell mit den NRW-Spitzenkandidaten vor einer Landtagswahl, davon bereits das dritte mit Hannelore Kraft als Kandidatin. Am Donnerstag folgt im gleichen Studio die WDR-Arena, bei der dann neben Kraft und Laschet auch die Kandidaten von FDP, Grünen, Piraten, Linke und AfD. Dann auch die letzte Umfrage vor der Wahl veröffentlich werden, so WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn. tüc