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Bundestagswahl: 4828 Kandidaten wollen in den Bundestag

Bundestagswahl : 4828 Kandidaten wollen in den Bundestag

Noch nie waren so viele Parteien am Start wie bei der Bundestagswahl 2017. Diese und weitere wichtige Infos verrät der Bundeswahlleiter.

Berlin. Insgesamt 42 Parteien werben bei der Bundestagswahl um Stimmen - von der „Allianz Deutscher Demokraten“ bis zur „Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer“. Das sind so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Über weitere interessante Details rund um den Wahltag am 24. September informierte der Bundeswahlleiter Dieter Sarreither am Dienstag in Berlin. Nachfolgend ein Überblick:

Genau 4828 Kandidaten bewerben sich am 24. September um die Wählergunst, darunter 1400 Frauen. Damit liegt ihr Anteil bei 29 Prozent. Das ist immerhin eine Steigerung von gut drei Prozentpunkten im Vergleich zur letzten Bundestagswahl vor vier Jahren. Auch die Zahl der Bewerber insgesamt hat gegenüber 2013 um 400 zugelegt. Wie damals gibt es auch jetzt 299 Wahlkreise, in denen die Parteien um Stimmen werben. Der neue Bundestag wird aus mindestens 598 Abgeordneten bestehen - auf ein Mandat kommen demnach im Schnitt acht Bewerber.

Bei den Bundestagsparteien sind das die Grünen. Der Frauenanteil liegt bei 46,9 Prozent. Es folgen SPD (40,7), CDU (36,1) und Linke (35,8 Prozent). Mit nur 22,2 Prozent weist die CSU den niedrigsten Frauenanteil auf. Unter den nicht im Bundestag vertretenen Gruppierungen bieten nur zwei ausschließlich Frauen auf — „Die Frauen“ sowie „Die Einheit“. Weitere sechs Parteien, darunter „Die Rechte“ und die „Mieterpartei“, haben dagegen nur Männer als Kandidaten. Der Wahlkreis 248 (Bad Kissingen/Bayern) weist übrigens mit 71 Prozent den höchsten Frauenanteil bei den Direktkandidaten auf. In 29 der insgesamt 299 Wahlkreise sind dagegen nur männliche Direktkandidaten am Start.

Das Durchschnittsalter aller Kandidaten liegt bei 46,9 Jahren. Damit sind sie etwas jünger als bei den letzten beiden Bundestagswahlen. Damals waren es im Schnitt jeweils 47,4 Jahre. Jeder achte Bewerber ist zwischen 18 und 29 Jahre alt. Die stärkste Altersgruppe (27,4 Prozent) bilden die 50- bis 59jährigen, gefolgt von den 40- bis 49jährigen (22,6 Prozent). Der jüngste Bewerber ist übrigens 18 Jahr alt und kandidiert in Brandenburg. Der älteste Kandidat bringt es auf 89 Lebensjahre und tritt in Bayern an.

34 der insgesamt 42 zugelassenen Parteien stellen sich mit Landeslisten zur Wahl. Die acht weiteren Parteien nur mit Kreiswahlvorschlägen, darunter zum Beispiel die „Magdeburger Gartenpartei“ (MG). 16 Parteien nehmen erstmals an einer Bundestagswahl teil. Darunter die erst in diesem Jahr gegründeten Gruppierungen „Demokratie in Bewegung“ (DiB) und „Die Urbane. Eine HipHop Partei“ (du.). Von den Bundestagsparteien steht nur die SPD in allen 299 Wahlkreisen auf dem Wahlzettel. Die CDU ist bis auf Bayern überall vertreten, ihre Schwesterpartei CSU nur in Bayern. Bewerber der Linken und Grünen stehen in 298 Wahlkreisen zur Wahl.

Wahlberechtigt sind insgesamt 61,5 Millionen Menschen. Das sind etwa 400.000 weniger als 2013. Hintergrund ist, dass der deutsche Bevölkerungsanteil im Land weiter gesunken ist. Wie schon 2013 wird es auch bei der Wahl 2017 rund drei Millionen Erstwähler geben. Erwartet wird, dass auch diesmal eine große Zahl der Wahlberechtigten die Briefwahl nutzt. Vor vier Jahren war es schon fast jeder vierte Wähler (24,3 Prozent). Für Menschen, die kein Wahllokal aufsuchen können, werden so genannte Sonderwahlbezirke zum Beispiel in Altenheimen eingerichtet - aber auch in Gefängnissen, denn Straftäter sind ebenfalls grundsätzlich wahlberechtigt.