Die Kleinen hängt man. . .

„Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen“, besagt eine Redensart. Solche Gedanken gehen einem durch den Kopf, wenn man sieht, wer sich nach mehr als drei langen Jahren des Wartens für den Tod von 21 Menschen bei der Loveparade 2010 vor Gericht verantworten muss.

Es ist nicht der damalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der die Mega-Party aus Prestigegründen in seiner Stadt haben wollte — ganz gleich, ob das Gelände geeignet war. Es ist auch nicht der Ex-Geschäftsführer des Veranstalters, Rainer Schaller, dem es — so darf man annehmen — vor allem ums Geld ging. Nein, auf der Anklagebank sitzen Sachbearbeiter und Mitarbeiter unterer Hierarchie-Ebenen. Unter diesen Vorzeichen ist es mehr als fraglich, ob ein Strafprozess den Wunsch der Überlebenden und Familien der Opfer nach umfassender Aufklärung wird stillen können.

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