79 000 Duisburger wollen Sauerland nicht mehr

Bürgerinitiative bringt ein Abwahlverfahren gegen den umstrittenen Oberbürgermeister auf den Weg.

Duisburg. Knapp 15 Monate nach der Katastrophe bei der Loveparade muss der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wegen des Unglücks um sein Amt bangen.

Die Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ legte am Montag mehr als 79 000 Unterschriften Duisburger Bürger für ein Abwahlverfahren vor. Nach der NRW-Gemeindeordnung reichen 55 000 gültige Stimmen, damit das Verfahren in Gang gesetzt wird.

Die Kritiker machen Sauerland für die Genehmigung der Techno-Party verantwortlich, bei der im Juli vergangenen Jahres 21 Menschen bei einer Massenpanik getötet und Hunderte verletzt worden waren.

Sauerland erklärte am Montag im Duisburger Rathaus, an seinem Amt festhalten zu wollen. Er sei bis 2015 gewählt und werde Verwaltungschef bleiben, bis es ein anderslautendes demokratisches Votum gebe.

Während des kurzen Statements von Sauerland gab es Pfiffe, Buhrufe und Zwischenrufe „Schäm Dich“. Die Unterschriften wurden dem Rat übergeben, sollen nun öffentlich ausgezählt und danach auf ihre Gültigkeit überprüft werden.

Am 12. Dezember wird bei einer Ratssitzung offiziell das Ergebnis der Stimmenauszählung verkündet. Bei mindestens 55 000 gültigen Stimmen muss dann innerhalb von drei Monaten das Abwahlverfahren stattfinden.

Kommt es zu dem Abwahlverfahren, müssen mindestens 92 000 der rund 368 000 Duisburger gegen Sauerlands Verbleib im Amt stimmen. Ist das die Mehrheit der Abstimmenden, muss der Oberbürgermeister seinen Sessel räumen.

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