Dschungelcamp 2018: Dschungelcamp 2018: Tatjana Gsell, Tina York und die Magersucht

Dschungelcamp 2018 : Dschungelcamp 2018: Tatjana Gsell, Tina York und die Magersucht

An Tag 4 im Dschungel tauschen sich Schlagersängerin Tina York und Millionärswitwe Tatjana Gsell über ihre Magersucht-Vergangenheit aus. Matthias Mangiapane ergattert unterdessen seine ersten Sterne.

Aachen. Intelligent, erfolgreich und schön? Das wäre etwas zu viel des Guten. Nicht umsonst heißt es immer: Wähle zwei — nicht etwa drei. An Tag vier im Dschungelcamp kommen einem Zweifel, ob es unter den zwölf Kandidaten nicht eher heißen müsste: Wähle keins. DSDS-Teilnehmer Daniele Negroni bringt es auf den Punkt: „Ich kann ehrlich von mir sagen, dass ich dumm bin. Aber ich bin ein cooler Dummer.“ Aha.

Daniele steht wenigstens zu seiner Dummheit. Anders Jenny Frankhauser, Halbschwester von Kult-Blondine Daniela Katzenberger. Dass sie beim Ranking nach Intelligenz und Erfolg von ihren Mitcampern jeweils auf den letzten Platz gewählt wird, macht sie ganz fertig. „Die wissen alle gar nicht, was ich kann. Ich habe einen Online-Shop und bin Youtuberin“, sagt sie zu Natascha Ochsenknecht, die versucht, sie zu trösten. Nun, immerhin ist sie ja beim Schönheitsranking auf Platz sieben gelandet. Puh.

Vielleicht muss RTL ja auch einfach das politische Vakuum füllen, das gerade im regierungslosen Deutschland herrscht. Da ist die Rede von Legislaturperioden, wenn es um die vierte Dschungelprüfung an Tag vier von Reality-TV-Promi Matthias Mangiapane geht, und von Staatsbesuchen. Mangiapane muss dann auch passenderweise durchs „weiße Irrenhaus“ irren, das mit Bildern von US-Präsident Donald Trump und allerlei anderen unangenehmen Überraschungen dekoriert ist. Um an seine Sterne zu kommen, soll er im „Oral Office“ an zwei Fischaugen lutschen. Bäh.

Schlagersängerin Tina York und Millionärswitwe Tatjana Gsell tauschen sich unterdessen über ihre Magersucht-Vergangenheit aus und werden erstaunlich deutlich. „Ich war zwölf Jahre magersüchtig und deswegen sind meine Knochen so beschissen“, erzählt York ihren Mitstreiterinnen. Und Gsell: „Mein Mann stand auf Kindfrauen. Er sagte: Pass auf, dass du nicht zu dick wirst. Also habe ich aufgehört zu essen.“ Unglaublich.

Tina York ist aber ohnehin ein Fall für die Tränendrüse. Sie sieht so fürchterlich elend aus, dass man sogar ein bisschen Mitleid mit ihr verspürt. Sie liegt nicht nur die ganze Folge lang untätig umher, hat Ringe unter den Augen und strähnige Haare, nein, sie muss sich auch noch den Spott der anderen anhören, weil sie angeblich — total eklig! — mit offenen Augen schläft. RTL schneidet das dann direkt als Horrorfilm zusammen, passend unterlegt mit Gruselmusik. Für die Wahl zur Dschungelprüfung des nächsten Tages wird sie dann gnädigerweise von „Dr. Bob“ gesperrt. Glück gehabt.

Sänger Sydney Youngblood fällt nur durch sein anhaltendes Heimweh auf. Er wolle zu seiner Frau, jammert er. Er gebe auf und wolle sofort nach Hause. Es fließen dicke Krokodilstränen. Er bleibt trotzdem. Klar, denn: „Ich liebe euch alle. Es ist so toll mit euch.“

Ansonsten passiert nicht viel. RTL gibt sich alle Mühe, die Inhaltslosigkeit mit harten Schnitten, schauriger Musik, schlechten Gags der beiden Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich und ein paar quietschenden Schreien der Camper zu durchbrechen. Mäßig erfolgreich. Ach ja, die Überraschung kommt zum Schluss — oder auch nicht: Matthias Mangiapane darf erneut zur Dschungelprüfung antreten. Immerhin bekommt er dabei Unterstützung von Natascha Ochsenknecht. Jippieh.

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