Wuppertaler Spitznamen: Das KöBo-Haus steckt voller Besonderheiten

Wuppertaler Spitznamen: Das KöBo-Haus steckt voller Besonderheiten

Das KöBo-Haus ist das einzige Haus in der Stadt, das über die Wupper gebaut ist.

Wuppertal. Es ist das einzige Haus im Stadtgebiet, das über die Wupper gebaut ist. Und doch hat der Spitzname dieses Gebäudes damit nichts zu tun. Die Bezeichnung Köbo-Haus (heute weiß nicht mehr jeder, was damit eigentlich gemeint ist) geht auf die Firma Köhler und Bovenkamp zurück. Mittlerweile sprechen die Menschen eher einerseits sachlich richtig vom Schwebebahnhof Döppersberg, missachten dabei aber andererseits, dass Schwebebahnstation und 1926 errichtete Köbo-Haus lediglich baulich verbunden sind. Als Ensemble steht der Bau mittlerweile unter Denkmalschutz.

Es steckt voller Besonderheiten: Als Schwebebahnstation ist es nach Angaben von Michael Malicke von den WSW der am meisten frequentierte Bahnhof. Es ist der einzige, der bei dem Schwebebahnumbau nicht komplett abgebaut wurde und der einzige, der nicht am Gerüst hängt. Zu Zeiten des Schwebebahnumbaus musste ein Wupper-Abzweig an der Kluse kurzfristig umgeleitet werden, um den Umbau zu ermöglichen. Nach der Renovierung sollten Geschäfte in der Schwebebahnstation für ein moderneres Ambiente sorgen. Vor allem aber entstand ein Café an der Wupper. Es gibt Fotos mit Johannes Rau als Besucher, der sich ein Bild von dem damals völlig neuen Auftritt machte.

Natürlich steht das Köbo-Haus aber auch an einem Brennpunkt, quasi unmittelbar an der Platte. Um die Situation an Schwebebahnhof zu verbessern und Kriminalität vorzubeugen, ist deshalb seit Mai 1995 neben einigen Büros auch eine Polizei-Wache ins Köbo-Haus eingezogen.

Zudem ist das Gebäude ein Ursprung des Autohandels in Wuppertal mit den Marken Mercedes, BMW und GM. Hermann Bovenkamp vom Kettenhersteller Köbo stellte dort in den späten 20er Jahren Autos unterschiedlicher Hersteller aus. Später aber drängten diese Hersteller auf eigenständige Präsentationsflächen, was den Umzug der einzelnen Autohäuser mit sich brachte.

Warum bis vor wenigen Jahren sogar noch alte Werbung im Stil der 50er Jahre an dem Gebäude hing, weiß niemand genau. Köbo-Chef Jochen Bovenkamp geht davon aus, dass schlicht vergessen wurde, sie abzunehmen.