Mumifizierter Aufstiegs-Hund

Mumifizierter Aufstiegs-Hund

Der satirische Wochenrückblick

Der mit großem Trara zum Aufstieg in die dritte Liga geredete WSV ist abgeschmiert. Nur sieben Punkte aus acht Spielen gelangen den hochgelobten Elite-Kickern. Das ist selbst für hartgesottene Fans eine echte Herausforderung. Und wie es halt so ist beim WSV, muss Übungsleiter Karsten H. schon nach schlappen drei Monaten den welken Hut nehmen. Da kann man nur hoffen, dass der seinen Umzug nach Wuppertal noch nicht begonnen hat. Kurz hat man gemutmaßt, dass jetzt wieder ein Trainer mit Hund (Foto: Archiv) zum Zoo kommt — denn das war der letzte, der Tabellenführer war. Aber dann wurde es doch H.G. Bruns. Jetzt ist der Aufstieg endlich greifbar.

Mein Lieblingszitat der Woche stammt übrigens vom Baudezernenten Frank Meyer, der möglichen historischen Entdeckungen im Rahmen des Döppersberg-Umbaus wie immer gelassen entgegensieht: „Wenn wir beim Bau etwas finden — kein Problem. Die Baustelle wird groß genug, dann buddeln wir eben solange an anderer Stelle.“ Das ist ausgesprochen souverän, zumal er lediglich buddeln lässt. Aber wehe, man findet man dort endlich das verschwundene Bernsteinzimmer oder einen mumifizierten Kammmolch. Dann wird’s aber eng mit coolen Sprüchen. Am Wall schwindet der Humor des Dezernenten ohnehin angesichts der Kosten, die die Bergung der historischen Stadtmauer aus der Baugrube verursachen würde. Aber das Thema hatten wir ja schon vor dem Von-der-Heydt-Museum.

Eine spannende Angelegenheit bleibt auch die geplante Ansiedlung des Outlet-Centers in Remscheid. Was die negativen Auswirkungen auf die heimische Einzelhandelsbranche angehen, wird da offenbar geflunkert, dass sich die Balken biegen. Bei der möglichen Ansiedlung des schwedischen Möbelhauses auf Nächstebreck werden wir den Schwelmern ebenso glaubhaft unterjubeln, dass es keine nennenswerten Verluste geben wird. So gleicht sich das dann wieder aus, Ehrenwort.

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