Leben im Denkmal (11): Aus Heimweh im Gelpetal gelandet

Leben im Denkmal (11): Aus Heimweh im Gelpetal gelandet

Ralf Markert und seine Familie wohnen in der denkmalgeschützten ehemaligen Gaststätte am Käshammer.

Cronenberg. Hin und wieder verirrt sich ein Spaziergänger zu Familie Markert. Ausgelaugt von der Wanderung durchs schöne Gelpetal, auf der Suche nach einem kühlen Getränk. „Wann macht der Biergarten denn wieder auf?“ Aber das wird nicht mehr passieren. Denn aus der Ausflugs-Gaststätte Käshammer ist seit gut fünf Jahren das Wohnhaus Käshammer geworden — oder besser gesagt, es wird zum Wohnhaus. Zwar wohnt die Familie bereits seit 2007 in dem malerisch gelegenen Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert, doch richtig fertig geworden sind sie mit Sanierung und Umbau noch nicht.

„Wir genießen es trotzdem“, sagt Ralf Markert (43) und seine Frau Brigitte (43) stimmt zu. „Und wir würden es wieder machen.“ Zuletzt wohnten die beiden in Remscheid. „In der Stadt, da wollten wir einfach raus.“ Den Hahnerberger zog es wieder in die Heimat. „Cronenberger mit Heimweh sucht ein Einfamilienhaus mit großem Grundstück“, schrieb er in einer Zeitungsanzeige. Ein Nachbar wies ihn auf die zum Verkauf stehende ehemalige Gaststätte hin. „Natürlich kannte ich den Käshammer“, sagt Ralf Markert und präsentiert wie zum Beweis ein Foto, das ihn als Kind im damaligen Biergarten zeigt. „Aber als Wohnhaus hätte ich nie daran gedacht.“

Jetzt haben seine Frau und er sich einen Traum auf — wenn es komplett fertig ist — 250 Quadratmetern erfüllt. Mit dem „für bergische Verhältnisse richtig geraden Garten“, sei das Leben im Haus wie Urlaub. Bislang fällt Besuchern vor allem das Wohnzimmer ins Auge — wobei der gut 70 Quadratmeter große ehemalige Schankraum eher als Wohnsaal durchgeht. Viel Ursprüngliches haben die Markerts, die bei einer Wohnungsgenossenschaft in Remscheid arbeiten, erhalten, etwa den schönen Fliesenboden direkt am Eingang.

Ralf Markert

Sie seien nicht „ganz so unbedarft“ an die Renovierung gegangen, erinnert sich das Paar. „Für die meisten Arbeiten braucht man Spezialisten. Viele kennen nur den modernen Standard, aber Silikon oder Acryl haben hier nichts zu suchen“, sagt Ralf Markert. Aus Sicherheitsgründen musste zum Beispiel eine zweite Wand eingezogen werden, da sich der Bau doch etwas in Richtung Garten neigte.

Auf vieles habe man sich aber auch gerne eingelassen. „Im Wohnzimmer haben wir nun mal keine Rigipsplatten“, erklärt der 43-Jährige. Einen Zeitplan haben die beiden längst nicht mehr. „Wir haben es nicht eilig.“ Gerade der Blick in die erste Etage zeigt, dass da auch noch ein bisschen was zu tun ist. Es sieht mehr nach Rohbau aus. Die Wände liegen ziemlich offen, davor sieht man Stroh, „damit der Lehm später besser hält“, so Markert, der sein Haus gerne auch mal „meinen persönlichen Kölner Dom“ nennt. „Der wurde ja auch nie fertig.“