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Die Narren wollen Runge als Prinzen für eine Saison

Die Narren wollen Runge als Prinzen für eine Saison

Wer 20 Jahre dem WSV als Präsident vorsteht, hat einen Orden verdient — meinten am Montag die Weinberger Funken.

Wuppertal. Dass Friedhelm Runge am Montag ausgerechnet um fünf Minuten vor zwölf einen Karnevalsorden umgehängt bekam und Funkenmariechen Sabine dafür bützte, war natürlich purer Zufall. Anspielungen, wie es um die offiziell weiterhin ungewisse Zukunft des Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV bestellt ist, hatten die Weinberger Funken nicht im Sinn. Vielmehr würdigten die ältesten Karnevalisten im Tal (seit 1930) beim 47. Prinzenfrühstück im Haus Eisenbach den 71-Jährigen für „seine 20-jährigen Verdienste um den WSV und die Stadt Wuppertal“.

Entsprechend wohl gesonnen fiel die Laudatio für den 41. Träger des August-Faßbender-Gedächtnis-Ordens aus, die die „Wuppertaler Originale“, Ordensträger aus dem vergangenen Jahr, auf den Unternehmer und Funktionär hielten. „Wer so lange Präsident des WSV ist, der muss schon eine große Portion Humor mitbringen“, sagte der Musiker des Trios, Klaus Prietz und hatte, angesichts der diesjährigen prinzenpaarfreien Wuppertaler Session, eine naheliegende Idee für Runge im Manuskript: „Wir würden uns freuen, wenn Sie dem Wuppertaler Karneval einmal als Prinz zur Verfügung stehen würden — das bräuchten Sie dann auch nur eine Saison zu machen.“ Und Tusch.

Sichtlich gerührt nahm Runge die Ordensurkunde aus den Händen von Funken-Präsident Jens Borgmann entgegen und bekannte: „So viel Ehre und Wohlwollen wie hier, ist mir in 20 Jahren WSV nicht entgegengekommen.“

Anders als bei Bernd Bigge, Ordensträger 2008 und ebenfalls WSV-Sponsor, war über Runges karnevalistische Vergangenheit bislang wenig bekannt. Immerhin: Sein Vater war vor über 40 Jahren mal in der Prinzengarde. Bekannt dagegen, dass Runge nicht zum Lachen in den Keller geht. Einmal die Narrenkappe auf dem Kopf, meinte er: „Ich hoffe, dass ich wegen meiner Vergangenheit zum WSV hier nicht der einzige Narr bin.“

Zu Zukunft seines Lieblingsclubs hielt er sich auch am Montag bedeckt, gab aber ein Versprechen ab: „Ich werde mein Möglichstes tun, dass der WSV weiterlebt.“ Tobender Applaus der Jecken.