Gastkommentar zur Junior-Uni: Ermutigungsprojekt gegen Resignation

Gastkommentar zur Junior-Uni: Ermutigungsprojekt gegen Resignation

Zehntausende, die mit der Schwebebahn zwischen Barmen und Elberfeld unterwegs sind, lesen seit einem Jahr auf einem Transparent hoch oben an einer verwahrlosten Industrieruine, was Wuppertaler und unser Land in diesen schweren Zeiten am meisten brauchen: "Mut zur Zukunft."

Auf diesem verkommensten Grundstück an der Wupper, einem Schandfleck, schafft ein Bagger Platz. Dort wird der Uferbereich saniert und von Altlasten befreit, ein Rad- und Wanderweg gebaut und hoffentlich die Junior Uni ihren Dauerstandort finden. Ausdrücklich als Ermutigungsprojekt gegen politische und wirtschaftliche Resignation und als Signal für Wuppertals Aufbruch in die künftige Wissensgesellschaft. Der Betrieb der bundesweit einzigartigen Kinder- und Jugenduniversität, die seit ihrer Eröffnung überrannt wird, ist ausschließlich privat finanziert.

Der Neubau, und darum ringt die Stadt Wuppertal als Bauherr, soll dagegen mit europäischen Fördermitteln finanziert werden. Ob dies gelingt, entscheidet die Landesregierung. Konkret geht es um Baukosten von 6,3 Millionen Euro. Falls das Land unserer hochverschuldeten Stadt die vorgeschriebenen Eigenmittel von vermutlich 10 Prozent nicht erlässt, bleibt den privaten Gesellschaftern und der Geschäftsführung der Junior Uni nur der Weg, weitere 630.000 Euro an Geld und Eigenmittel zu sammeln.

Der dringend benötigte Neubau wird mehr talentierten und wissbegierigen Kindern und Jugendlichen dauerhaft Lernchancen eröffnen, die sie ohne die Junior Uni und ihre Kooperationspartner wie die neu aufgestellte Bergische Universität niemals hätten. Diese Kinder und Jugendlichen sind unser aller einziger und größter Schatz . Sie für lebenslanges Lernen zu begeistern, eröffnet ihnen bessere Chancen für Studium und Beruf, stärkt unsere Wirtschaft und stützt die "große" Uni, sichert sehr konkret Wuppertal die Zukunft. Die vereinzelt geäußerte Sorge, die aus Brüssel kommenden Steuermittel für den Neubau der Junior Uni würden in unserer Stadt für andere Aufgaben fehlen, ist unbegründet. Falls dieses "europäische" Geld nach Wuppertal fließt, dann fließt es nur für dieses bundes- und europaweit einzigartige Projekt.

Die Gebühren für die Kinder ab vier Jahren und Jugendlichen bis zum Abitur, die an der Junior Uni studieren, sind deshalb so niedrig, damit auch die armen Eltern eine Chance haben. Das dies alles möglich ist und positive Schlagzeilen macht, dafür sorgen Stiftungen, Unternehmer und viele "einfache" Bürger.

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