WZ-Mobil an der Trasse: „Andere Städte lachen doch über uns“

WZ-Mobil an der Trasse: „Andere Städte lachen doch über uns“

Die stockenden Arbeiten an der Nordbahntrasse erregen die Gemüter.

Mirke. Es ist eines der Dauerthemen in der Stadt. Und es erregt die Gemüter seit Jahren, das Hin und Her um die Nordbahntrasse. 22 Kilometer lang soll die Fahrrad-, Wander und Skaterstrecke einmal werden und damit nicht nur die Radwege des Ruhrgebiets mit denen des Rheinlands verbinden, sondern vor allem ein attraktives Freizeitangebot für die Wuppertaler sein. Doch seit Beginn der Planungen gibt es Probleme. Am WZ-Mobil äußerten die Leser nun ihren Unmut über den stockenden Prozess.

Für Heidemarie Pfützner sind die Schuldigen vor allem in der Stadtverwaltung zu suchen. „Mir kommt es so vor, als ginge es nicht mehr voran, seitdem sich die Stadt eingeschaltet hat. Warum klappt so etwas in anderen Städten, aber nicht hier?“ Eine Frage, die sich gleich mehrere Leser stellten.

Auch Helga Schlabach sprach von einer „traurigen Geschichte für die Stadt“. Ringsum seien alle Radwege fertig, nur in Wuppertal gebe es immer wieder Probleme, sagte die leidenschaftliche Radfahrerin. Die Heckinghauserin hofft seit Jahren darauf, endlich mit dem Fahrrad ins Ruhrgebiet fahren zu können. „Warum ist das so schwierig, die Trasse fertig zu stellen? Und wie müssen sich erst die Menschen vorkommen, die viel Geld dafür gespendet haben?“

Willi Berndt macht sich sogar Sorgen, die fertige Trasse gar nicht mehr zu erleben. „Ich bin wirklich froh, wenn die irgendwann überhaupt noch fertig wird“, sagte der 80-Jährige und sorgt sich um den Ruf der Stadt: „Andere Städte lachen doch mittlerweile über Wuppertal. Was die Stadt hier einmal in die Hand nimmt, klappt nicht.“

Dabei sei die Nordbahntrasse eine Riesenchance für die Stadt. „Wuppertal hat so wenige Leuchtturmprojekte. Die Trasse könnte eines sein und Touristen in die Stadt locken“, sagte Wolfgang Rettberg. Der Schwelmer wohnte 40 Jahre lang in Wuppertal und verfolgt die Geschicke seiner ehemaligen Heimat noch immer intensiv. Er wisse, dass die Stadt kaum Geld habe, „gerade deswegen ist das Projekt so lobenswert. Hier kann mit wenigen finanziellen Mitteln und kleinen Eingriffen in die Natur viel erreicht werden.“

Doch die von Rettberg „kleine Eingriffe“ genannten Baumaßnahmen waren für Naturschützer in der Vergangenheit bereits zu viel. Dabei wäre es laut Hans Miethe ganz einfach — auch in Bezug auf die Fledermäuse im Tunnel Schee, die Naturschützer durch die Trasse gefährdet sehen: „Wenn man will, geht es doch. Man muss die Fledermäuse ja nicht verjagen. Die können doch in dem Tunnel bleiben. Da stört sich doch keiner dran.“

So blieb den meisten Besuchern nur, die Wuppertalbewegung für ihr Engagement zu loben und diese zu unterstützen. Das nahm Christa Mrozek, Vorstand der Wuppertalbewegung, gern an: „Das Bemerkenswerte bei unserer Bewegung ist die gebündelte Fachkompetenz. Das ist unsere Stärke, und das ehrenamtliche Engagement hält unsere Bewegung am Leben. Trotz aller Hindernisse blicken wir nach vorn und suchen nach Lösungen.“

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