Trassenfans bekämpfen den Bärenklau

Am Rande der Nordbahntrasse entsteht mit den Hackenbergschen Gärten eine weitere Attraktion für Wanderer und Radfahrer.

Wuppertal. In den Genuss eines einzigartigen Panoramas über Barmen vom Aussichtpunkt an den Hackenbergschen Gärten werden demnächst wohl zahlreiche Wuppertaler kommen. Doch zunächst musste das rund eintausend Quadratmeter große Areal, das hinter der Sonnabendstraße in Wichlinghausen auf einem Felsen sieben Meter über der Nordbahntrasse liegt, freigeschnitten und urbar gemacht werden.

Dazu trafen sich am Samstagmorgen rund 30 Helfer und Mitglieder der Wuppertal Bewegung, unter ihnen auch Carsten Gerhardt. „Wir wollen die Fläche, bei der wir das Erbbaurecht über 99 Jahre mit überschaubaren Kosten erworben haben, für die Öffentlichkeit zugänglich machen und einen Verweilort für die Radfahrer, die auf der Trasse unterwegs sind, entstehen lassen“, sagt der Vorsitzende der Wuppertalbewegung.

Nach der Urbarmachung des Geländes wollen wir Geländer und Absturzsicherungen installieren“, erläutert Gerhardt, der auf Sponsoren für das Projekt hofft.

„Das auf dem Areal im 19. Jahrhundert entstandene Holzhaus im Stil eines japanischen Teehauses soll historisch restauriert werden und zum Aufenthaltsort für Jung und Alt werden. So eine Resonanz habe ich heute hier nicht erwartet“, freute sich Dietrich Böttcher über die freiwilligen Helfer, die in Schutzkleidung bei brütender Hitze zu Spitzhacke, Spaten, Schubkarren und Sensen griffen.

Auch Claudia Sinsteden war im Einsatz: „Ich fühle mich mit der Trasse und dem Umfeld verbunden, weil ich hier wohne. Besonders der Bärenklau ist eine Plage und sehr gefährlich“, sagt die freiwillige Helferin, die gemeinsam mit ihren Mitstreitern Baumstämme, Brombeerhecken und eben den wild und im Übermaß vorhandenen Bärenklau ausgrub und abtransportierte.

Auch Kascha Pfeiffer, die bereits um acht Uhr früh vom Dönberg angereist war, staunte über das ihr bis dahin noch unbekannte Stück Wuppertal: „Ich bin baff, welchen Blick man hier über Barmen hat. Ich bin sicher, dass hier ein Kleinod entsteht.“ Noch in diesem Jahr soll auch die Allgemeinheit das Areal nutzen können. Der Zugang ist über eine Treppe von der Nordbahntrasse geplant, wie Böttcher verriet.

Der Hackenbergsche Garten liegt auf dem Bergsporn Sonnabend — unter diesem Namen ist die Stirn des Wichlinghauser Freudenberges seit etwa 1650 bekannt. Der Bauherr Carl Hackenberg, Teilhaber einer Band- und Litzenfabrik — das Unternehmen existiert heute noch — ließ auf dem Berg eine Villa errichten. Der umliegende parkähnliche Garten umfasste auch den Abhang des Bergsporns Sonnabends zum Tal hin.

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