Vorbau am Hauptbahnhof: Abschied von der Bausünde

Vorbau am Hauptbahnhof: Abschied von der Bausünde

Ab Dezember wird das historische Bahnhofsgebäude Schritt für Schritt vom alten Flachbau befreit.

Elberfeld. Der Umbau am Döppersberg wird immer augenscheinlicher — und das im wahrsten Sinne des Wortes: Ab Dezember geht es dem Vorbau des Bahnhofsgebäudes an den Kragen, und damit einer prominenten Bausünde aus den 60er Jahren. Der Abriss des — diplomatisch formuliert — eher schmucklosen Flachbaus ist jetzt genehmigt, wird europaweit ausgeschrieben und nach Angaben der Stadt mit etwa 600.000 Euro zu Buche schlagen.

Gearbeitet wird dabei in zwei großen Bauabschnitten: Den Anfang macht der westliche Teil des Flachbaus, der aller Voraussicht nach bis April 2013 abgerissen wird, wie Stadtplaner Gunther Stoldt berichtet: Damit wird im Winter der größte Teil des Vorbaus abgerissen, während der östliche Abschnitt je nach Bauphase dann in zwei bis drei Jahren in Angriff genommen wird. Wenn sämtliche Anbauten entfernt sind, liegt die markante Sandsteinfassade des Bahnhofsgebäudes aus dem Jahr 1848 wieder frei und prägt am Vorplatz dann das Stadtbild.

Wie berichtet, gab es zuletzt noch einmal Diskussionen über die Form der nicht minder markanten Bahnhofsfenster: Sie werden weiterhin eckig bleiben und nicht wie ursprünglich wieder mit Rundbögen versehen. Unabhängig aller Diskussionen wird der Hauptbahnhof ohne Vorbau deutlich aufgewertet, und auch Oberbürgermeister Peter Jung bezeichnet gerade diesen Bauabschnitt als „ganz besonderen Schritt“.

Und es bleibt bei den geplanten Bauarbeiten, die am 1. Dezember starten sollen, nicht nur beim Abriss selbst: Im Zuge der Erdarbeiten werden Keller beseitigt und diverse Leitungen, unter anderem auch für Fernwärme, in den Hauptbahnhof verlegt.

Vom Vorplatz aus wird es einen provisorischen Zugang zu den Gleisen geben, denn der Aufgang zu Gleis 1 steht ebenfalls auf der Abrissliste. Auch das Schnellrestaurant und die Bäckerei bleiben erreichbar. Für den Fußgängertunnel wird eine Staubschutzwand installiert, damit der Betrieb dort weiter läuft.

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