Umbau Döppersberg: Wohin mit Kaiser Wilhelm?

Das Reliefstandbild hat eine bewegte Vergangenheit. Wenn der Döppersberg umgebaut wird, muss er vielleicht umziehen.

Elberfeld. Mehr als 90 Jahre ist es her, da schenkte der Geheime Kommerzienrat Freiherr August von der Heydt der Stadt Elberfeld ein sogenanntes Reliefstandbild des Kaisers Wilhelm II. Die Skulptur im Wert von damals 25.000 Mark sollte das Elberfelder Museum bereichern. Die Stadt nahm das Geschenk - überreicht "zum 25-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms II." am 4. März 1913 - an, und am 14. Juli 1914 gelangte es in ihren Besitz.

Von da an verlebte der unbewegte Kaiser in voller Garde du Corps-Uniform wider Erwarten eine bewegte Zeit: Bis 1939 stand die Skulptur tatsächlich im Städtischen Museum, das zwischen 1914 und 1919 den Namen Kaiser-Wilhelm-Museum trug. Danach tauchte sie historischen Aufzeichnungen zufolge erst wieder in den 50er Jahren auf - gut verpackt in der Müllverbrennungsanlage am Klingelholl. Vermutungen zufolge sollte sie nach dem Zweiten Weltkrieg dort vor der Einschmelzung bewahrt werden. Im Anschluss harrte sie zunächst in einem Verschlag am Salzspeicher der städtischen Müllabfuhr der Dinge, 1966 drohte ihr erneut die Einschmelzung.

Im Mai 1977 sollten Ross und Reiter im Hof des Historischen Zentrums am Engelshaus eine Bleibe finden - aber auch dieser Plan wurde wieder verworfen. Seit Oktober 1982 steht das Werk am InterCity Hotel, einst bekannt als "Hotel Kaiserhof". Wo die Skulptur nach dem Döppersberg-Umbau ihr Dasein fristet, steht noch nicht fest.

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