1. Specials
  2. NRW
  3. Wuppertal
  4. Der neue Döppersberg

Streit um neuen Döppersberg: Architekten fordern Millionen

Streit um neuen Döppersberg: Architekten fordern Millionen

Der Vertrag zwischen beiden Seiten ist gekündigt: Die Kölner Architekten warten auf Honorar, die Stadt hält den Entwurfsplanern Mangelleistungen vor.

Wuppertal. Bei der wöchentlichen Pressekonferenz der Stadt im Rathaus ließ Oberbürgermeister Peter Jung zum Stand der Dinge bei den wichtigsten Bauprojekten keinen Zweifel aufkommen: „Am Döppersberg sind wir auf einem sehr guten und auf der Nordbahntrasse auf einem guten Weg“, sagte Jung am Montag.

Daran ändert aus Sicht der Stadt auch der Umstand nichts, dass die Verwaltung und die Architekten des Döppersberg-Entwurfs getrennte Wege gehen. Das bestätigten die Stadt und die Geschäftsführung der JSWD Architekten in Köln gestern unabhängig voneinander auf WZ-Nachfrage. Beide Seiten werden sich aller Voraussicht nach demnächst vor Gericht wiedersehen: Während die Kölner Architekten nach eigenen Angaben auf siebenstellige Honorarzahlungen der Stadt Wuppertal warten, hält die Stadtverwaltung dem Planungsbüro mangelhafte Leistungen bei der Detailplanung des neuen Döppersbergs vor.

Im Gespräch mit der WZ beziffert Stadtsprecherin Martina Eckermann die Forderungen auf ein bis zwei Millionen Euro. Weitere Details wollten beide Seiten mit Blick auf zu erwartende juristische Auseinandersetzungen nicht nennen. Seit Oktober 2009 gehe man getrennte Wege und arbeite inzwischen mit der Hamburger Arbeitsgemeinschaft GKK Architekten zusammen — einvernehmlich, wie Eckermann berichtet.

Auf Zeit- und Gestaltungspläne habe die Auseinandersetzung keinen Einfluss. „Die Nutzung liegt bei der Stadt“, fügt Eckermann mit Blick auf die Baupläne hinzu.

„Wir werden darauf achten, dass unser Entwurf nicht verunstaltet wird“, sagt dagegen JSWD-Geschäftsführer Olaf Drehsen und weist die Kritik zurück. Mit der Bahn arbeite man nach wie vor zusammen — etwa bei der geplanten Instandsetzung des Empfangsgebäudes.

Jenseits dessen sieht sich die Stadt auf der 105-Millionen-Euro-Baustelle, die bis 2017 erledigt werden soll, nach dem Startschuss im November 2010 im Zeitplan: Wie berichtet, stehen zunächst die Flächen neben dem Hauptbahnhof und die Arbeiten entlang der Straße Döppersberg im Mittelpunkt. Um sie absenken und an die B 7 anschließen zu können, müssen Vorarbeiten erledigt werden. Hinzu kommen Arbeiten an der Wupper: Der alte Flutgraben zwischen dem Intercity-Hotel Hotel und der Schwebebahnstation Döppersberg soll durch eine Rohrverbindung ersetzt werden. Sie wird im Ernstfall die Funktion des Flutgrabens übernehmen.

Abgesehen von Baustellenverkehr 2012 rückt die Bundesallee erst 2014 / 2015 in den Mittelpunkt. Wie berichtet, muss sie für den neuen Übergang zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt tiefer gelegt werden. Die Stadt will jeweils zwei Spuren pro Fahrtrichtung erhalten.