Outlet: Investor Clees plant ein Handelszentrum am Döppersberg

Outlet: Investor Clees plant ein Handelszentrum am Döppersberg

Der Wülfrather will klotzen, nicht kleckern und plant am Döppersberg „großflächigen Einzelhandel“.

Elberfeld. Zeitenwende im Wuppertaler Einzelhandel? Wenn es nach dem Wülfrather Investor Uwe Clees geht, dann wird am Döppersberg schon bald ein Handelsensemble entstehen, das durchaus die Qualität und auch die Magnetwirkung eines Factory-Outlet Centers (FOC) hat. Clees nimmt im Gespräch mit der WZ zwar nicht das Wort FOC in den Mund, macht aber aus seinen Plänen, Wuppertal zu einem Handelsoberzentrum zu machen, keinen Hehl.

Clees ist Eigentümer der ehemaligen Bundesbahndirektion und hat eine Bauvoranfrage bei der Stadt gestellt, um auch den geplanten Investoren-Kubus bauen zu dürfen. Er wartet nun auf ein Signal der Stadt, um bei einer positiven Auskunft dann auf die Suche nach einem Betreiber zu gehen, der die insgesamt knapp 25 000 Quadratmeter Handelsfläche mit Shops füllen soll. Clees geht davon aus, dass ein solches Konstrukt in Zukunft verhindern wird, dass weiterhin Kaufkraft aus Wuppertal nach Köln und Düsseldorf abfließt. Im Gegenteil: Ein solches Handelszentrum soll Kaufkraft nach Wuppertal holen. Aufgrund der Sogwirkung sieht er zudem enorme Vorteile für den Einzelhandel in der Elberfelder City.

„Das muss der Hammer sein“, gibt der Investor die Richtung vor. Baurecht besteht in diesem Kernbereich, und die Anbindung an den Nahverkehr ist durch den Bahnhof optimal. Clees: „Die Gleise führen ja fast bis in die Ladenlokale.“ Aus Clees’ Sicht gibt es für die Stadt nur Vorteile. Kunden des Centers würden auch die fußläufig erreichbare Elberfelder Innenstadt nutzen oder etwa eine Fahrt mit der Schwebebahn machen.

Mit Blick auf Pläne in der Wuppertaler Nachbarschaft sagt Clees: „Wenn das Outlet Center in Remscheid gebaut wird, wird weitere Kaufkraft aus Wuppertal abgezogen.“ Clees Sohn Alexander ergänzt: „Es fährt doch niemand vom Remscheider Outlet Center aus nach seinen Einkäufen in die Wuppertaler Innenstädte.“

„Wir glauben, in Wuppertal die Kaufkraft binden zu können“, schätzt der Wülfrather Investor und macht dies mit einem weiteren Plan deutlich. Für das Center und den erwarteten Kundenstrom will er 3000 Parkplätze in unmittelbarer Nähe bauen.

Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) sagte am Dienstag zu den Plänen: „Wir werden das alles gründlich prüfen. Ich finde es gut, wenn sich etwas bewegt, denn es wäre der Alptraum, eine vor sich hin gammelnde Bundesbahndirektion zu haben, wenn der Döppersberg fertig ist.“

Seiner Einschätzung nach müsse geprüft werden, ob das Straßennetz den Verkehr für ein Outlet-Center verkraften könne. In der Summe ist die Reaktion von Oberbürgermeister Peter Jung eher zurückhaltend. Gleichwohl konstatiert er: „Wir haben ein vitales Interesse an einer nutzbaren Bundesbahndirektion.“

“ Leitartikel, S. 16

Mehr von Westdeutsche Zeitung