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Kraftakt Döppersberg: Die neuen Fakten zur Mammut-Baustelle

Kraftakt Döppersberg: Die neuen Fakten zur Mammut-Baustelle

Phantom-Trafo und Bunker, Erdaushub und die Kosten-Frage — die neuen Fakten zur Mammut-Baustelle.

Elberfeld. Vor der Schippe ist es dunkel. Im übertragenen Sinne hat die alte Weisheit der Bergleute auch am Döppersberg des 21. Jahrhunderts Bestand: Ein Beispiel ist das Rätsel um das alte Trafohaus im Westen des Hauptbahnhofs, das — wie berichtet — ab Januar Leitung um Leitung vom Netz genommen werden muss, ohne dass jemand weiß, wo dann unter Umständen der Strom ausfällt. Jenseits solcher Überraschungen, und das wurde bei der aktuellen Sitzung der Planungs- und Baubegleitkommission betont, soll es auf der Baustelle möglichst viele harte Fakten geben.

Zu hören gab es in der Kommission allerdings auch eine Mischung aus Vorsicht und Diplomatie, als es um den Kosten- und den Zeitplan ging. Die Gesamtkosten in Höhe von 105 Millionen Euro seien „zurzeit Stand der Diskussion“, formulierte es Gunther Stoldt von der Stadt wörtlich. „Wenn sich etwas ändert, dann werden wir das sagen.“ Und: Das Jahr 2017 als angepeilter Termin der Döppersberg-Fertigstellung sei „erst einmal statisch“.

Um den Rechtsstreit zwischen der Stadt und dem inzwischen abgelösten Architektenteam (die WZ berichtete) ging es in der Kommission nur am Rande — mit einem deutlichen Verweis auf die Zuständigkeit des Haupt- und Finanzausschusses, wie der Ausschussvorsitzende Klaus Jürgen Reese (SPD) auf Nachfrage von Elisabeth August (Linke) betonte.

Gleichermaßen unterstrich Reese, dass die Kosten des Rechtsstreits nicht zu Lasten des Projekts selbst gingen — ganz gleich, wie er ausgehe. Für den Umbau am Döppersberg spiele die laufende Auseinandersetzung daher „eine nachgeordnete Rolle“.

Die Stadt sieht sich in der Auseinandersetzung nach wie vor auf der sicheren Seite und sprach von einer „lückenlosen Dokumentation“. Bei der laufenden Ausführungsplanung gebe es für die Nachfolger der ausgeschiedenen Architekten „eine ganze Menge nachzuarbeiten“, sagte Stoldt — und konzentrierte sich auf die aktuellen Bauarbeiten.

Und hier gab es dann in der Tat etliche Fakten, zu denen am Rande auch gehört, dass der Bunker Döppersberg — als einziger noch funktionierender Schutzraum in Wuppertal — nicht von der Großbaustelle betroffen ist. Zudem berichteten die Stadtwerke, dass der Busverkehr erst wieder im Laufe des nächsten Jahres vom Umbau berührt sein wird, wenn es an weitere Straßensperrungen geht.

Bis zum Jahresende werden insgesamt 25 Bohrpfähle ins Baufeld gesetzt, und im Januar soll der Bau einer Bohrpfahlwand beginnen, die das Gebäude des Wuppertal Instituts stützt. Zudem soll die künftige Stützwand am Institut durch eine 2,50 Meter hohe Hecke vor Farbsprayern geschützt und zuvor bis zum Ende aller Bauarbeiten und der Inbetriebnahme des neuen Busbahnhofs 2016 abgedeckt werden.

Und bislang zeigt sich der felsige Untergrund im Baufeld jedenfalls gnädig, was besagte Bergmannsweisheiten betrifft: Derzeit zeichne sich ab, dass der Fels mit einem schweren 50-Tonnen-Bagger relativ einfach weggerissen werden kann, erklärte Stoldt. Das erspart umfangreiche und damit auch teure Stemm- oder Fräsarbeiten.