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Döppersberg: Die alte Stahlbrücke trägt den neuen Fußweg ins Zentrum

Döppersberg : Die alte Stahlbrücke trägt den neuen Fußweg ins Zentrum

Die mehr als 100 Jahre alte Konstruktion über die Wupper wird derzeit fit gemacht als Traggerüst für den Weg Richtung Bahnhof.

Wuppertal. Staub liegt auf den großen runden Nieten, stellenweise scheint grünlicher Stahl durch: Verdeckt von einem großen Bau- und Staubschutz-Zelt vor dem Köbo-Haus an der Döppersbergbaustelle wird zurzeit die mehr als 100 Jahre alte Stahlbrücke über die Wupper ertüchtigt. Und fitgemacht für ihre Funktion als Traggerüst für den künftigen Weg von der Alten Freiheit in Richtung Hauptbahnhof. Sie spielt eine wichtige, buchstäblich tragende Rolle bei der Umgestaltung des Döppersbergs, Denn über ihr verläuft in Zukunft der Fußgängerstrom zwischen der Elberfelder Fußgängerzone und dem neuen Zentrum mit DB-Station und Busbahnhof — auch Rettungsfahrzeuge rollen auf diesem Weg zu Primark und anderen Geschäften sowie dem Gebäude der ehemaligen Bahndirektion. Dort will die Clees-Gruppe ein Factory Outlet-Center errichten.

Sechs alte Bögen und ein neuerer Träger, der in der Zeit der Errichtung des Köbo-Hauses hinzukam, ziehen sich über eine Länge von 26 Metern und einer Breite von mehr als 13 Metern über die Wupper. Wäre die Baustelle nicht auch nach unten abgesichert, könnte man die Wupper sehen. „Zurzeit wird gesandstrahlt, erklärt Bauleiter Andreas Klein: „Die Bögen bleiben so, wie sie sind. Sie werden entrostet, die alte Farbe kommt runter, dann wird neu gestrichen.“ Die ganze Oberkonstruktion samt Stützen wird allerdings komplett neu gebaut, eine Betonplatte bildet später den Abschluss der Verbindung aus Alt und Neu.

Imposant wirken die Bögen, dabei durchaus stabil. Und in der Tat sei der Stahl aus den 1880er, -90er Jahren „noch recht gut“, sagt Klein. Älter als die Schwebebahn ist das Material, das nun wieder auf Vordermann gebracht wird.

Viel sehen wird man indes nicht von ihm — der alte Stahl trägt auch die neue Brücke rein optisch eher im Verborgenen: „Lediglich von der Morianstraße aus wird man später die genieteten Bogenträger sehen können“, sagt Andreas Klein. Doch wirklich frei liegend und von allen Seiten sichtbar war die Stahlkonstruktion ohnehin so gut wie noch nie — ganz früher fuhr auf ihr die Straßenbahn, beim großen Umbau nach dem Krieg wurde sie für den mittlerweile abgerissenen Fußgängertunnel zum Hauptbahnhof „unsichtbar“. Nun ist sie zumindest unter dem Zeltdach sichtbar. Bis Ende des Jahres soll das Bauwerk weitestgehend fertig sein.