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Bundestagswahl 2017: Wahl: Promis kommen ins Tal

Bundestagswahl 2017 : Wahl: Promis kommen ins Tal

Wuppertals Bundestagskandidaten sind im Einsatz für die Wahl am 24. September und erwarten Bundespolitiker.

Wuppertal. Martin Schulz, Ursula von der Leyen und Katrin Göring-Eckardt: Das sind einige prominente Politiker, die Wuppertal demnächst einen Besuch abstatten werden. Mit ihnen stellen sich auch die Bundestagskandidaten dem Wahlvolk im Bergischen vor — und hoffen, es für den 24. September entsprechend motivieren zu können. Ermunterung dürfte mitunter auch nötig sein — denn für viele Wuppertaler war der jüngste Urnengang anlässlich der Landtagswahl gefühlt erst am Dienstag. „Klar ist der eine oder andere womöglich etwas wahlmüde“, sagt Rainer Spiecker (CDU), der erste Haustürbesuche in Wuppertal hinter sich hat und auf einen „angemessenen“ Wahlkampf setzt. „Wir möchten die Bürger informieren, nicht belästigen.“

Spiecker sieht seine Schwerpunkte in den Gebieten Wirtschaft, Mittelstand und Handwerk. „Ich will in Berlin eine starke Stimme für Wuppertal sein und denke, ich verfüge mit meinen 18 Jahren im Stadtrat und fünf Jahren im Landtag auch über die entsprechende Erfahrung.“ Vor allem sei er „durch und durch Wuppertaler“, sagt der Kandidat für den Wahlkreis 102 Wuppertal I.

Helfen soll der CDU aber eben auch ein großer Name, und so wird Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen voraussichtlich am 8. September in Wuppertal erwartet.

Zwei Tage vor ihr kommt der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in die Stadt — ein Besuch, den Helge Lindh, SPD-Kandidat für den Wahlkreis 102 Wuppertal I, mit Spannung erwartet: „Ich setze darauf, dass er kämpferisch auftritt, klar die politischen Ziele benennt.“ Und sich entschieden als Alternative zu Angela Merkel präsentiere. Zu Helge Lindhs Schwerpunktthemen gehören die Kommunalfinanzen, in Berlin wolle er sich aber beispielsweise auch für die Unterstützung der Arbeitsagentur engagieren, die Stärkung der Jobcenter. „Und für Integration: Da brauchen Städte wie Wuppertal, die viel geleistet haben, mehr Hilfe.“ Als „Politiker zum Anfassen“ stellt Lindh sich dar, beispielsweise in der Fußgängerzone: „Das nimmt der eine oder andere Passant dann auch mal wörtlich“, sagt Lindh schmunzelnd. „Aber so kommt man ins Gespräch.“

„Mein wichtigstes Thema, das ich in Berlin vertreten würde, wäre der Altschuldenfonds“, kündigt Sylvia Meyer (Bündnis90/Die Grünen) mit Blick auf die Wuppertaler Finanzsituation an. Die Kandidatin für den Wahlkreis 102 Wuppertal I fordert: „Wir brauchen mehr Unterstützung vom Bund, damit die Stadt entlastet wird.“ Es gelte unter anderem, die Wohlfahrtsverbände zu stärken, „denn die sind völlig unterfinanziert“. Oder auch, die Verkehrswende zu stemmen, gerade vor dem Hintergrund des Dieselgipfels. „Die Automobilhersteller werden nicht angemessen zur Verantwortung gezogen“, so Meyer. Prominente Unterstützung bekommen die Grünen von Katrin Göring-Eckardt, die sich für kommenden Montag, 21. August, um 19.30 Uhr auf der Nordbahntrasse angesagt hat, genauer: in der Skaterhalle Wicked Woods.

Manfred Todtenhausen (FPD) tritt im Wahlkreis 102 Wuppertal I für die Freien Demokraten an und will den Mittelstand stärken. „Dieser Mittelstand darf nicht durch immer neue Auflagen und Vorschriften belastet werden, denn er ist Motor unserer Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze für alle Bildungsgruppen“, so Todtenhausen: „Als Handwerksmeister habe ich täglich mit Auflagen und Gesetzen zu kämpfen.“ Einwanderungsgesetz, Steuerrecht und Wohnraum seien weitere Themen. „Wir wollen die sogenannte Mietpreisbremse abschaffen. Denn sie ist tatsächlich eine Wohnraumbremse, weil sie Investitionen in mehr Wohnraum verhindert.“

Kandidat der Linken im Wahlkreis 102 Wuppertal I ist der Wuppertaler Bernhard Sander, den insbesondere die Stadtfinanzen beschäftigen. „Wenn die Kommunalbilanzen in Ordnung wären, dann hätten wir beispielsweise auch mehr Geld für dringend benötigte Kinderbetreuung.“ Auch die Linken im Bergischen haben Promi-Besuch: Sahra Wagenknecht wird am 6. September um 15 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz erwartet.

Für die AfD im Wahlkreis 102 Wuppertal I tritt Dietmar Gedig aus Solingen an. Er war am Dienstag nicht zu erreichen.