Schüler fragen zur Bildungspolitik

Bundestagskandidaten standen an der Else Rede und Antwort.

Wuppertal. Schüler fragen — Politiker antworten. So lief es bei der Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl, zu der die Gesamtschule Else Lasker-Schüler geladen hatte. In der Schulmensa saßen rund 350 Schüler den Bundestagskandidaten Helge Lindh (SPD), Sylvia Meyer (Bündnis 90/ Die Grünen), Bernhard Sander (Die Linke), Rainer Spiecker (CDU) und Manfred Todtenhausen (FDP) gegenüber. Moderiert wurde die 90-minütige Veranstaltung von Else-Lehrer Silvio Geßner und Lothar Leuschen von der WZ.

Klar, auch die Moderatoren stellten den fünf Kandidaten viele Fragen. Dafür waren die Schülerfragen umso bunter gemischt. Thema Nr. 1 aber war Bildung — allgemein und ganz praktisch. Die Einstiegsfrage ging an Rainer Spiecker: „Was wollen Sie für unsere Schule tun?“ Der versprach, sich in Berlin für ein Schulinvestitionsprogramm einzusetzen. „Ich find’s besser“, warf ein Schüler ein, „wenn man das Geld statt in die Sicherheit in die Bildung stecken würde.“ Beides sei wichtig, meinte der CDU-Mann. Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen etwa helfe bei der Verfolgung von Straftätern.

Helge Lindh äußerte sich zum Thema Lehrermangel. „Wenn man den Lehrerberuf so aufwertet, wie er es verdient“, entgegnete Lindh, „dann wird er auch attraktiver“. Darum gehe es ihm. Ob sie für „G8 oder G9“ sei, wurde die Grünen-Kandidatin gefragt. „12 Jahre Schule finde ich viel zu wenig“, meinte Sylvia Meyer und erntete großen Applaus. Viel Zustimmung bekam auch Bernhard Sander, als er sich für eine gebührenfreie Bildung aussprach. Er trete auch dafür ein, den Numerus Clausus bei einigen Studienfächern wieder abzuschaffen. „Ich bin gegen ein übersteigertes Leistungsdenken.“

Die Zwischenfrage der Moderatoren — „Wer von euch darf schon wählen?“ — bejahten mehr als 50 Oberstufenschüler mit Handzeichen. Für andere gilt, dass sie wegen ihres ausländischen Passes auch als Erwachsene außen vor bleiben. Die Frage nach dem Warum konnte auch Helge Lindh, Vorsitzender des Wuppertaler Integrationsrates, nicht auf Anhieb beantworten. Er trete für ein kommunales Wahlrecht ohne Ansehen der Nationalität ein und dafür, das auch in Zukunft auf Landes- und Bundesebene durchzusetzen.

Schließlich war auch das Thema Flüchtlingspolitik dran. „Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz“, sagte FDP-Kandidat Todtenhausen und bekam direkt positives Feedback. „Richtig so!“, hieß es im Schülerpublikum.

Die Mensa der Gesamtschule Else Lasker-Schüler ist viel mehr als eine große Essensausgabe. Hier finden regelmäßig Schulkonzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen statt. Weitere Informationen unter

www.ge-else.de