CDU wirft der SPD Frühstart im Bundestagswahlkampf vor

Rainer Spiecker kritisiert Wahlplakate von Helge Lindh.

CDU wirft der SPD Frühstart im Bundestagswahlkampf vor
Foto: Anna Schwarz

Wuppertal. Nach der Wahl ist vor der Wahl — das gilt besonders im Wahlkampfjahr 2017. Die Plakate für den Landtagswahlkampf waren noch nicht alle abgehängt, da tauchten schon die nächsten plakativen Botschaften der SPD für die Bundestagswahl am 24. September auf. Sehr zum Ärger des CDU-Bundestagskandidaten und Kreisvorsitzenden Rainer Spiecker, der darauf hinweist, dass es seit vielen Jahren ungeschriebene Regeln im Verhältnis zwischen den beiden großen demokratischen Parteien gibt, bis sechs Wochen vor einer Wahl auf die Plakatierung zu verzichten.

„Wir sollten den Menschen in unserer Stadt keinen Dauerwahlkampf zumuten. Ich finde das schädlich für die Demokratie“, sagt Rainer Spiecker, dem übel aufgestoßen ist, dass die SPD schon seit einigen Wochen ihren Bundestagskandidaten Helge Lindh auf Plakaten präsentiert. Lindh weist die Kritik zurück. „Wir plakatieren in Schwebebahnhöfen auf bezahlten Flächen. Wahlplakate im öffentlichen Raum wird es erst sechs Wochen vor der Wahl geben. Nach den Sommerferien bleiben nur noch drei Wochen für den Wahlkampf. Ich denke, da ist es gerechtfertigt, schon in den Sommerferien damit zu beginnen, den Menschen zu erklären, für welche Ziele man steht“, sagt Helge Lindh, der gegen Rainer Spiecker im Wahlkreis 102 Wuppertal I antritt.

Dass Lindh bereits auf Plakaten und mit Hausbesuchen für sich wirbt, sieht der SPD-Vorsitzende Heiner Fragemann als Selbstverständlichkeit. „Es geht darum, den Wählern einen bisher noch weniger bekannten Kandidaten vorzustellen. Dazu gehören auch die Plakate auf bezahlten Flächen“, sagt Heiner Fragemann.

Kein Geheimnis ist, dass die Wahlkampfkasse der Wuppertaler SPD seit Jahren besser gefüllt ist als die der Wuppertaler CDU. Dass die CDU mit einer vorgezogenen Plakataktion auf die Wahlwerbung der SPD reagieren würde, war aufgrund der Kassenlage nicht zu erwarten.