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Bergische Marktführer (46): Die Messermacher sind überall

Bergische Marktführer (46): Die Messermacher sind überall

Geschnitten werden muss dauernd. Irgendwo sind die Maschinenmesser aus Remscheid daher immer im Einsatz.

Wuppertal/Remscheid. Seinen Messern kann man nicht entkommen. Ein gefährlicher Mann ist Thomas Meyer deswegen aber nicht, außer natürlich für seine Mitbewerber. Thomas Meyer (56) ist Geschäftsführer und Gesellschafter der TKM Gruppe, dem größten Hersteller von Maschinenmessern weltweit.

Die Zentrale befindet sich mit der IKS Klingelnberg GmbH im Remscheider Gewerbegebiet Bergisch Born. TKM steht dabei für The Knife Makers, die Messermacher.

Irgendwo in der Welt sind immer Maschinenmesser im Einsatz, die die TKM Gruppe geliefert hat, und geschnitten werden muss dauernd, wenn in hohem Tempo moderne maschinelle Produktionsprozesse ablaufen. 35 Prozent aller Toiletten-Papierrollen auf dem Globus werden beispielsweise mit Maschinenmessern von TKM in Form gebracht. Jede Rolle wird dabei aus der ursprünglichen langen Papierrolle herausgeschnitten.

Das geht zackzack wie das Wurstschneiden. Ähnlich sieht es mit Küchenrollen aus. Gut abschneiden ist für TKM in allen Geschäftsbereichen angesagt: Papier-, Holz-, Metall- und Gummi-/Kunststoff- und Recyclingindustrie sind dabei vier große Standbeine im internationalen Maschinenmessergeschäft. Ob es um die Verarbeitung von Lebensmitteln geht, das Herstellen von Holzfurnieren, das Zuschneiden von Papier, Pappe, Holz oder um das Recyclen von Kunststoffen: Maschinenmesser kommen hier überall zum Einsatz und zwar lange und runde Maschinenmesser, Sägen und Maschinenelemente für alle existierenden Schneidsysteme und für nahezu alle zu trennenden Werkstoffe.

Die TKM Gruppe ist dabei Komplettanbieter, fertigt neben Standardprodukten auch für den Kunden entwickelte Sonderlösungen. Dabei gibt es keinen Stillstand. 18 Patentanmeldungen und kontinuierliche Neuentwicklungen bringen den Nachweis dafür. So brachte IKS Klingelnberg 2010 mit dem Ultra Cut ein Maschinenmesser zum präzisen Schneiden von Banknoten auf den Markt. Neu ist ein „Schnitzelfräser“ für die Buchrückenbearbeitung, damit der Buchrücken besser im Klebstoff hält.

Die Ursprünge des Unternehmens beginnen 1863 in dem Handelshaus der Familie Klingelnberg in Hückeswagen. Maschinenmesser wurden ab 1908 produziert, später kam der Spezialmaschinenbau hinzu. 1991 wurden Spezialmaschinenbau (Klingelnberg GmbH) und IKS Klingelberg rechtlich getrennt.

Die TKM Gruppe, deren Anteile bei den Familien Klingelnberg und Meyer liegen, beschäftigt heute gut 1000 Mitarbeiter an sieben Standorten in Deutschland, Österreich, Finnland und China. Tochtergesellschaften existieren in den Niederlanden, Frankreich, Malaysia, Singapur, Indonesien, USA und Kanada.

Der Jahresumsatz liegt derzeit bei etwa 140 Millionen Euro. Stolz ist man bei IKS Klingenlberg in Remscheid auch auf die Auszeichnungen als familienfreundliches Unternehmen und den Bergischen Ausbildungspreis. Nur mit guten Fachkräften sind Zukunftsaufgaben zu bewältigen, und das Unternehmen zeigt damit im Wettbewerb um Mitarbeiter die eigene gute Qualität.

Weiteres stetiges Wachstum ist eingeplant. An allen Produktionsstandorten werden Flächen für Expansion vorgehalten.