Vom Dorf bis zur Grube 7 : Zeitreise durch Gruiten-Dorf

Häuser mit Geschichte, weite Ausblicke und ein Streichelzoo — dieser Rundgang hat viel zu bieten.

Haan. Der Spaziergang durch Gruiten-Dorf an einem Frühlingstag gleicht einer Zeitreise. Dort tollen Kinder durch die Gärten, hier schließen Menschen winzige Türen hinter sich und verschwinden in Fachwerkhäusern aus längst vergangenen Jahrhunderten. Mancher Städter könnte meinen, hier ein letztes Überbleibsel unbeschwerten Dorflebens zu sehen. Nur die modernen Autos am Straßenrand passen nicht ganz ins Bild.

Foto: Stefan Fries

Unsere Wanderung durch Gruiten und zur Grube 7 beginnt auf dem Parkplatz der Pastor-Vömel-Straße am Dorfeingang. Wir lassen uns vom Kopfsteinpflaster in den Ortskern führen. An dem kleinen Platz mit dem Baum biegen wir rechts neben dem großen Fachwerkhaus in einen Fußweg ein. Die Beschilderung „A1“ hilft, wie auf dem Rest des Rundgangs auch, bei der Orientierung. Wir überqueren die Düssel und lassen den Charme von Gruiten-Dorf auf uns wirken.

An den allermeisten Häusern sind Schilder angebracht, die die Historie der Bauten nacherzählen. So kommen wir etwa an dem 1750 erbauten Doktorhaus vorbei, das der Heilpraktiker Jacob Lauternbach damals errichtete.

Die Geschichte ist in Gruiten-Dorf eben allgegenwärtig. Noch viele weitere Jahre zurück führt dann der Mineralienpfad, bei dem Gesteinsfreunde sicherlich das Schritttempo verlangsamen. Kaum verlassen wir Gruiten und wechseln einmal die Straßenseite, kommen wir vom Dorfidyll in den Ausflugstrubel. Vor dem Naturschutzgebiet rund um die Grube 7 bildet sich an schönen Wochenenden schnell mal eine Schlange von parkenden Autos, aus denen Eltern, Kinder und Hunde mit viel Getöse zum Spaziergang aufbrechen.

Bei unserem Testgang endete der Rundgang A1 plötzlich an einer Baustellenabsperrung von Westnetz. Viele Wanderer interessiert der Zaun, der auch ein Überbleibsel sein könnte, herzlich wenig. Wir können nur empfehlen, auf Nummer sicher zu gehen und dem Pfad links zu folgen. Nach einer kurzen Umgehung kommen wir wieder auf den offiziellen Rundweg.

Wir passieren eine Streuobstwiese und gelangen so ins Herzstück des Naturschutzgebiets: der Grube 7. Einige Sitzmöglichkeiten erlauben es dem Wanderer, in Ruhe den tollen Weitblick in den ehemaligen Steinbruch aufzunehmen. Heute ist die Grube, die bereits 1966 aufgegeben wurde, ein riesiges Biotop, das die hiesige Tierwelt anzieht.

Nach dem Gang um die künstliche Schlucht und einem Aufstieg erreichen wir ein Wildgehege. Das geht nicht still und heimlich, die Gänse auf der Wiese sind lebendige Alarmanlagen. Wer Lust hat, kann sich von Ziege und Co. das Futter aus der Hand schlecken lassen, das es im Automaten zu ziehen gibt.

Hier zeigt der Weg auch für den Familienausflug seine Qualitäten. Denn während die Eltern im Biergarten des Restaurants Haus Pook eine Pause einlegen können, wartet auf die Kleinen eine Seilbahn.

Der Rückweg über Feldwege, Landstraße und die Siedlung mit dem Namen Hasenhaus führt uns zurück nach Gruiten-Dorf. Auch hier laden einige Sonnenplätze etwa im Café im Dorf zum Verweilen ein. Unser Fazit: Ein klasse Rundgang, der durch seine Vielfältigkeit überzeugt.