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Von Velbert—Langenhorst durchs Hespertal: Wo Golfbälle im Bach ertrinken

Von Velbert—Langenhorst durchs Hespertal : Wo Golfbälle im Bach ertrinken

Die WZ testet den Rundweg von Langenhorst durchs Hespertal bis nach Essen und zurück.

Velbert. Wälder, Bäche und ein Golfplatz: Wer am Wochenende dem Stadtrummel entgehen möchte, ist auf dem Rundweg A2, der von Velbert—Langenhorst nach Essen-Heidhausen führt, genau richtig. Hier geht der Wanderer zu einem großen Teil auf einsamen Waldwegen.

Wir starten gegenüber der Gaststätte Langenhorster Stube, wo wir am Straßenrand parken. Wir folgen der Langenhorster Straße gen Norden, bis der linke Bürgersteig in einen Waldweg mündet. Ab hier orientieren wir uns an den Markierungen „A2“. Gerade zu Beginn im Langenhorster Wald ist die Rundweg-Beschilderung leider nicht immer ganz eindeutig. Es gibt zum Glück andere Wegweiser, die uns den Weg nach Essen zeigen.

Mit der Zeit wird der Weg schmaler und neigt sich immer deutlicher talwärts. Unten erkennen wir kurz geschorenen Rasen und adrett gekleidete Menschen: Wir haben den Essener Golfclub Heidhausen erreicht. Unser Pfad wird jetzt ganz unscheinbar, während wir ins Tal absteigen. Unten trennt uns nur noch ein leise plätschernder Bach von dem „Fairway“ des Golfplatzes. Wir ziehen den Kopf ein. Nicht nur, weil hier Äste in den Weg ragen, sondern auch weil auf diesem Stück kleine weiße Geschosse nicht ganz unüblich sind.

Einzelne Golfbälle im Bachlauf beweisen, dass die Einschläge näher kommen. Gerade reden wir uns ein, dass uns schon niemand abschießen wird, da kommen wir an einem Schild mit der Aufschrift „Jagdrevier“ vorbei. Wir lassen fix den Golfplatz hinter uns, müssen aber weiterhin gut aufpassen. Hier droht sich die Route zu verlieren. Wir dürfen an der nahenden Gabelung nicht wie bisher den Schildern „Bergischer Weg“ folgen, sondern müssen links in den Wiesenpfad einbiegen, der mit einer Raute markiert ist. Der Hinweis „A2“ kommt leider erst zu spät.

Obwohl es in letzter Zeit nicht geregnet hat, ist dieser Weg sehr morastig. Wer hier mit leichten Schuhen wandert, muss damit rechnen, dass der Boden diese einbehält. Zwischendurch wurden Steinplatten ausgelegt, über die wir wie Super Mario von einer zur anderen hüpfen. Schließlich erreichen wir wieder Zivilisation: eine Welt in der die Autos plötzlich ein „E“ auf dem Kennzeichen haben. Wir biegen an dem ersten Haus rechts ab und stellen uns auf den schweißtreibenden Teil der Wanderung ein: dem Aufstieg. Das musste ja so kommen, schließlich sind wir bislang ausschließlich ins Tal hinabgestiegen.

Letzter Teil der Wanderung ist ein besonderer Kraftakt Wir kämpfen uns hoch. Der Waldweg hier ist so schmal, dass Äste rechts und links an uns zerren. Vorsicht: Am Ende des Pfades steht der Wanderer mitten auf einer Landstraße. Dieser folgen wir ein ganzes Stück — leider ohne Bürgersteig. Hinter den Hochleitungsmasten geht es rechts wieder in den Wald, der von einem Schild als „Bionade Trinkwasserwald“ bezeichnet wird.

Wir nehmen das zur Kenntnis und gehen zum Endspurt über. Der letzte Teil des Weges ist noch einmal ein Kraftakt. Wir haben noch rund 15 Minuten Aufstieg vor uns. Ablenkung bietet der Naturlehrpfad, auf dem wir uns jetzt befinden. Schilder informieren über bedrohte Tiere der Region, wie den violetten Ölkäfer oder den Augsburger Bären. Letzterer greift übrigens selten Wanderer an, denn er ist ein Schmetterling. Leider sind viele Schilder in ähnlicher Verfassung wie wir: kaputt.