Zoo: Flatterband bremst Xanadu

Zoo: Flatterband bremst Xanadu

Das einjährige Kamel muss sich an das zaunlose Gehege gewöhnen — mit skurrilen Mitteln.

Krefeld. Seit sechs Wochen lebt Xanadu im Krefelder Zoo. Die einjährige Stute erweitert sehr zur Freude des jungen Hengstes Janusch den Trampeltier-Harem. Xanadu kommt aus dem Zoo Osnabrück und musste sich an eine Besonderheit in ihrem neuen Gehege erst gewöhnen.

Kein Zaun, kein Gitter trennt in Krefeld die Tiere von den Zoo-Besuchern. Die Kamele akzeptieren den Trockengraben als natürliche Grenze. Nicht so Xanadu. „Wir haben einen mobilen Schutzzaun aufgebaut, wie er auch für Schafherden auf der Weide eingesetzt wird“, erklärt Petra Schwinn.

„Natürlich hat der Elektrozaun nicht die volle Volt-Leistung“, versichert die Zoo-Sprecherin. Aber der eigentliche Grund, warum Xanadu sicheren Abstand zum Graben hält, ist das rot-weiße Flatterband. „Der Stromzaun hält ein Kamel gar nicht auf“, weiß Petra Schwinn. „Hätten die anderen Xanadu gejagt, wäre sie durch den Zaun gegangen.“ Dem Flatterband zollt das junge Trampeltier hingegen Respekt.

Vor dem unbekannten optischen Reiz hält sich Xanadu lieber fern. Petra Schwinn: „Wir hätten auch fünf Vogelscheuchen aufstellen können. Das hätte den gleichen Effekt gehabt.“ Sechs Wochen lang hat Kamel Xanadu keinen Ausbruchsversuch gestartet. Am Montag wird der Zaun deshalb wieder abgebaut. Xanadu hat sich eingelebt. „Die Tiere haben als Gruppe zusammengefunden“, freut sich Petra Schwinn.

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