Wehrleute stehen für ihren langjährigen Chef Spalier

Wehrleute stehen für ihren langjährigen Chef Spalier

Mit vielen lobenden Worten ist Leitender Branddirektor Josef Dohmen in den Ruhestand verabschiedet worden.

Krefeld. Der SPD-Vorsitz sei das schönste Amt neben dem des Papstes, sagte einst Franz Müntefering. Josef Dohmen musste ihn gestern im historischen Ratssaal des Rathauses korrigieren: „Feuerwehrchef ist der schönste Beruf, den man haben kann“, sagte der 60-Jährige, der von Stadtgrößen und zahlreichen Kollegen in den Ruhestand verabschiedet wurde. Sie bereiteten ihm auf dem Von-der-Leyen-Platz einen Empfang, standen Spalier und ließen die Martinshörner der Großfahrzeuge ertönen. Anschließend startete Dohmen zu seiner letzten Dienstfahrt: Die Kollegen fuhren ihn im Tanklöschfahrzeug über den Ostwall.

Oberbürgermeister Gregor Kathstede verriet in seiner Abschiedsrede, dass die Kollegen ihrem scheidenden Chef schon Tage vorher ordentlich mitgespielt hatten. An seinem letzten Einsatzleitdienst wurde Dohmen in der Bereitschaft zu Hause alarmiert. Er lief nach draußen zu seinem Dienstwagen — den die Kollegen gegen einen baugleichen ausgetauscht hatten. Dohmen konnte also den Wagen nicht öffnen, so dass ihm irgendwann die Schweißperlen auf der Stirn standen. Aus gesicherter Entfernung öffneten ihm dann die Kollegen das Fahrzeug — und weihten ihren Chef ein.

Kathstede fand viele lobende Worte für den 60-Jährigen, dessen Ruhestand am Samstag beginnen wird. Der war Hals über Kopf zum Leiter der Feuerwehr befördert worden, kurz nachdem er die Ausbildung zum höheren Beamtendienst absolviert hatte. Der Oberbürgermeister beschrieb Dohmens ruhige und sachliche Art, die ihm Pluspunkte und Anerkennung bei den Mitarbeitern, aber auch außerhalb der Stadt eingebracht hätten. Alle Aufgaben seien bei ihm in den allerbesten Händen gewesen. Er dankte dem gebürtigen Kaldenkirchener, der dort mit 16 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten war, auch dafür, dass er trotz Ruhestands noch das Bauprojekt neue Feuerwache begleiten werde.

Dohmen schwärmte in seiner Rede über die Zeit bei der Feuerwehr, deren Chef er die vergangenen 23 Jahre war. Auch wenn sie in dieser Zeit aus Haushalt, Verwaltung und Personalführung bestand, wolle er sie nicht missen: „Man weiß nie, was der nächste Tag bringt“, so Dohmen.

Mit Blick auf die Aufgaben in seiner Leitungstätigkeit meinte der Diplom-Ingenieur angesichts des Berufswunsches vieler zehnjähriger Jungen: „So viel mit Blaulicht fährt man dann auch nicht mehr.“ Es freue ihn sehr, dass mit Dietmar Meißner sein langjähriger Stellvertreter nun Chef der Krefelder Feuerwehr werde: „Da weiß ich sie in den allerbesten Händen.“