Vergessene DDR-Gefühle

Konzert zum Tag der Deutschen Einheit im Seidenweberhaus.

Krefeld. 20 Jahre Deutsche Einheit - das entspricht einer ganzen Generation. Folglich gehen junge und ältere Menschen unterschiedlich mit dem Thema um. Das war der Tenor der Rede von Bürgermeisterin Karin Meincke zum Festkonzert mit den Niederrheinischen Sinfonikern anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am Sonntagabend im Seidenweberhaus.

Meincke sprach in Vertretung von Oberbürgermeister Gregor Kathstede, der Krefeld derzeit auf der Immobilienmesse Expo Real in München vertritt. Die Bürgermeisterin erinnerte an die Strecke nach Berlin, den Grenzübergang bei Helmstedt, welche Gefühle ein Besuch in der DDR auslöste. Dies könnten junge Leute heute gar nicht mehr nachvollziehen.

Dafür hätten sie die Annäherung von Ost und West längst in ihren Biografien vorgelebt, so Meincke: "Bestes Beispiel sind die Solisten des Abends, Philipp Wenger und Albert Khametov. Der eine wurde am Main geboren und hat in Leipzig studiert. Der andere stammt aus Russland und musizierte mit Orchestern in Detmold und Essen. Heute sind beide Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker."

Als Solisten konnte man den Konzertmeister Wenger und den Solobratschisten Khametov nach der Ouvertüre zu Michail Glinkas Oper "Ruslan und Ludmilla" in Mozarts Sinfonia Concertante Es-Dur für Violine, Viola und Orchester erleben. Das Publikum war nicht nur aufgrund der Ost-West-Biografien sehr angetan von den beiden.

Abgerundet wurde das festliche Konzertprogramm durch Beethovens Sinfonie Nr. 2 in D-Dur und die Nationalhymne. Die Niederrheinischen Sinfoniker wurden an diesem Abend von Altmeister Othmar Mága geleitet. Er war für Generalmusikdirektor Graham Jackson eingesprungen, da es sonst wegen der Opernpremiere ("Die Liebe zu den drei Orangen") Probenüberschneidungen gegeben hätte.

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