Uerdinger Wettstreit mit großer Tradition

Das Eierkippen besticht durch einfache Regeln. Es macht vor allem den Kleinen Spaß.

Krefeld. Mit dem Essen spielt man nicht, für gewöhnlich zumindest. An Ostersonntag macht Uerdingen da schon mal eine Ausnahme: Seit 1981 veranstaltet der Heimatbund im Brempter Hof das traditionelle Eierkippen. Mit großem Erfolg: Die Uerdinger, besonders die Kleinen, freuen sich über diesen österlichen Brauch.

Und darum geht es: Zwei Eier werden aneinander geschlagen. Wessen Ei zerbricht, muss es an seinen Kontrahenten abtreten. Die Regel dabei lautet: „Spitz op Spitz und Bol op Bol“, was so viel bedeutet wie Spitze auf Spitze und Rückseite auf Rückseite.

Matthias Schieferbein ist Kassierer des Heimatbundes und Herr der Eierkartons. Für 20 Cent das Stück kann man bei ihm ein buntes Kampf-Ei erwerben. 1000 Eier hat der Heimatbund besorgt, sicher ist sicher. „Diese Tradition ist für uns nicht mehr wegzudenken. Um elf Uhr, nach der Kirche, geht es hierher“, sagt Schieferbein. „Und wer hätte das gedacht? Der Wetterbericht hat Schlimmes vorausgesagt, und jetzt stehen wir hier im Sonnenschein.“

Gabi Albrecht ist mit ihrer sechsjährigen Tochter dabei. „Seit vier Jahren kommen wir zum Eierkippen“, sagt die junge Mutter. „Es ist toll — man unternimmt etwas, trifft viele Bekannte, und meiner Kleinen macht es Spaß.“ Ein Händchen fürs Eierkippen hat sie auch: Nach nur 15 Minuten hat die Sechsjährige neun Eier gewonnen.

Frank Baumgartner hat das Eierkippen durch seine Frau kennengelernt, sie kommt aus Uerdingen. „Unser Sohn ist neun Jahre alt. Wir kommen jetzt schon seit einigen Jahren her.“

„Das Eierkippen ist ein Brauch aus dem 18. Jahrhundert“, weiß Horst Peterburs vom Heimatbund. In den fünfziger Jahren fand es noch auf dem Marktplatz statt. „Unsere Aufgabe und Leidenschaft ist es nun mal, das Brauchtum zu pflegen. Deshalb machen wir das hier.“

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