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Therapiehund-Ausbildung: Eignungstest für Tier und Mensch

Therapiehund-Ausbildung: Eignungstest für Tier und Mensch

Krefeld. Am Ende des Tages kamen elf Teams in die engere Auswahl für die Ausbildung zum Therapiehund: Viel los war in der großen Fahrzeughalle des DRK im Burchartzhof. Timo Weber, der stellvertretende Kreisgeschäftsführer und selbst Therapiehundeführer, und eine Gruppe Ausbilder des DRK-Landesverbandes Hessen führten den Eignungstest Therapiehundeteam für Hund und Halter durch.

Insgesamt prüfte die Gruppe 14 Teams — und bei den Hunden war alles dabei: vom knuffigen Mops bis zu zwei behäbigen Landsern.

„Wir prüfen nicht nur die Hunde, sondern auch ihre Führer. Sie werden bei Eignung geschult, denn sie lenken den Hund später durch die Situationen“, erklärte Weber. Die Hunde mussten vor allem Wesensfestigkeit, Gelassenheit und Gehorsam nachweisen. Die Prüfer näherten sich in verschiedenen Rollen den Tieren: Auf Krücken, mit Rollator oder im Rollstuhl — sie mussten zeigen, dass sie sich bei ungewohnten Anblicken nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Eine der ersten „Geprüften“ war die Viersenerin Andrea Bauten mit ihrem dreijährigen Landser Amadeus. Sie wollte die Ausbildung mitmachen, weil „ich das eine tolle Sache finde. Mein Vater ist im Altenheim und wir nehmen Amadeus immer dorthin mit.“

Yvonne Delgado war mit Pelle, einem Mischling aus Collie, Schäferhund und Münsterländer, zum Test gekommen. Sie sei selber in einer Förderschule tätig, in der die Betreuer mit den Kindern zum therapeutischen Reiten gehen: „Wir sehen dann immer, wie ruhig die Kinder durch den Kontakt zu den Tieren werden“, berichtet sie. Daga Mügge, die Jagdhunde ausbildet und mit der Retrieverhündin Hanka kam, plant einen Wechsel: „Ich bin jetzt 64 und möchte ehrenamtlich arbeiten. Das ist etwas, das zu meinem Alter passt“, erklärte sie.

Die Arbeit sei nicht ohne, für Hund und Besitzer, erklärte Weber — auch wenn der eigentliche Besuch im Altenheim nur eine Stunde dauere. Mit An- und Abfahrt, Vor- und Nachbereitung des Besuches für Hund und Hundeführer seien mindestens drei Stunden nötig und die Hunde nach den ungewohnten Erfahrungen müde.

Weber hat es schon erlebt, dass Demenzkranke wieder mehr Anteil an ihrer Umwelt nehmen. In einem Fall habe eine Frau, die ihren Arm nach einer Schulter-OP nicht mehr bewegen wollte, wieder angefangen, mit dieser Hand den Hund zu streicheln.

Der erste Kurs findet am ersten und dritten April-Wochenende statt, es folgen Hospitationsstunden und die Prüfung sechs Wochen später.