Freundschaftsspiel: Supporters kicken mit Flüchtlingen an der Grotenburg

Freundschaftsspiel: Supporters kicken mit Flüchtlingen an der Grotenburg

Krefeld. Am Montagabend wurde laut gejubelt an der Grotenburg. Trotz Dauerregen haben sich rund 60 Zuschauer eingefunden, um einem Freundschaftsspiel auf dem Kunstrasenplatz beizuwohnen.

Doch es spielt weder die Oberligamannschaft des KFC Uerdingen, noch eines der Jugendteams.

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Freundschaftsspiel. Die Partie endet 4:0. Eine Mannschaft ist relativ chancenlos. Das spielt jedoch nach Abpfiff der zweimal 30 Minuten keine Rolle mehr. Die Spieler klatschen sich untereinander ab, obwohl sie sich teilweise nicht einmal verständigen können.

Denn auf dem Platz stehen ebenso viele Flüchtlinge wie sportbegeisterte Krefelder. Organisator der Begegnung ist der Supporters Club Krefeld, der sich das Motto: „Sport verbindet Menschen weit über die Landesgrenzen hinaus“ auf die Fahne geschrieben hat.

Als die Flüchtlingszahlen in den vergangenen Wochen auch in Krefeld immer größer wurden, überlegte man beim rund 100 Mitglieder starken Supporters Club, wie man den Menschen, die aus ihrem Heimatland vertrieben wurde, helfen könnte. Die SCK—Mitglieder Matthias Finken und Dirk Lumme informierten sich daraufhin, welche Möglichkeiten zur Unterstützung der Flüchtlinge aus der Glockenspitzhalle es gibt.

„Generell ging es uns darum, diesen Menschen einfach eine Freude zu bereiten“, sagt Finken. Schnell wurde man sich einig, dass eine gemeinsame Runde Fußball in der Grotenburg eine gute Gelegenheit wäre, um sich näher kennenzulernen. Gespielt wurde beim ersten Treffen im Stadion des KFC.

„Nach Absprache mit dem KFC konnten wir auf dem Rasenstück hinter dem Tor an der Westkurve spielen“, sagt Finken. Zusammen mit rund 30 Flüchtlingen — samt einer kleinen Fanschar — verlief das erste Kennenlernen so gut, dass man für den vergangenen Montag ein Testspiel vereinbarte.

„Manche haben sich sogar bedankt, mal in einem so großen Stadion zu spielen. Um perfekt auf das Spiel vorbereitet zu sein, kauften sich einige der Spieler aus der Flüchtlingsunterkunft auf dem Trödelmarkt am Samstag an der Grotenburg extra noch ein paar Schuhe und Sportsachen“, sagt Finken.

Elf gegen elf heißt es dann gestern auf dem Kunstrasen an der Grotenburg. Die Jubelrufe bei den vier Toren der Flüchtlinge sind groß. „Es war ein tolles Spiel und wir sind froh, dass wir jetzt jeden Montag um 20.30 Uhr hier spielen dürfen“, sagt Finken. Möglich gemacht hat dies der KFC und das Sport- und Bäderamt.

Für das Rückspiel am kommenden Montag hat sich sogar bereits ein Schiedsrichter gemeldet, der die Partie leiten wird.

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