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Unmut: Stadtgarten: Anwohner klagen über Müll

Unmut : Stadtgarten: Anwohner klagen über Müll

Der Stadtgarten ist noch nicht eröffnet, da beschweren sich die Ersten über Glas, Zechgelage und Schmierereien.

Krefeld. In die Freude über den neu gestalteten Stadtgarten mischt sich bei Bewohnern im Quartier der erste Wermutstropfen. Die größte Grünanlage in der Innenstadt ist noch nicht offiziell eröffnet, da sind die neuen, modernen Holzbänke am Brunnen schon mit Kritzeleien beschmiert. Gleich sieben Tüten mit Sperrmüll standen an einem Mittag neben den Papierkörben am neuen Baum-Rondell nahe des Carl-Wilhelm-Gedenksteins. Von den Glasscherben im neuen Splitt ganz zu schweigen, die von Zechgelagen zeugen.

„Die zunehmende Nutzung des Parks ist uns bekannt“, sagt Heino Thies vom Fachbereich Grünflächen auf Nachfrage. Täglich ist sein Kollege Norbert Mosters, Oberbauleiter der Stadt Krefeld, im Stadtgarten unterwegs. Beim Rundgang mit der WZ vor wenigen Tagen (die WZ berichtete) hatten beide noch gehofft, dass die Verschandelungen nicht so schnell wieder auftreten. „Der Müll wird in der Regel umgehend beseitigt, die Bänke werden in den nächsten Tagen gereinigt“, sagt Thies.

In den nächsten Wochen will der Fachbereich Grünflächen die Pflege des Parks wieder verstärken. Während der heißen Sanierungsphase sei der Park wenig genutzt und der Umfang der Pflegemaßnahmen deshalb reduziert worden.

Dass die Bänke von den Besuchern gut angenommen werden, ist ein Ziel der Umgestaltung gewesen. Eine grüne Oase mitten in der Stadt, in der die Menschen verweilen, ausruhen, die Kinder gefahrenfrei spielen können.

Im Vorfeld der Umgestaltung hatten Anwohner darauf hingewiesen, dass sie den Park teils als „Angstraum“ erleben und sich vor allem Frauen und Kinder in der dunkleren Jahreszeit kaum hinein trauen. Deshalb hatte das beauftragte Landschaftsarchitekturbüro Bimberg auch vorgeschlagen, durch das Wegnehmen von Sträuchern und der Anlage von klaren, abends erleuchten Wegeachsen eine helle und offene Atmosphäre im Stadtgarten zu schaffen.

Wie inzwischen im sanierten Kaiser-Friedrich-Hain treffen sich laut Anwohnern auch im Stadtgarten verstärkt wieder Leute aus der Trinker- und Drogenszene. Zahlreiche Flaschen bleiben liegen und zerbrechen. Flächendeckend deshalb diesen Gruppen einen Platzverweis zu erteilen oder ein grundsätzliches Alkoholverbot auszusprechen, ist laut Thies rechtlich nicht möglich.

„Verhängte Alkoholverbote im öffentlichen Raum wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach durch ober- und höchstrichterliche Rechtssprechung als rechtswidrig bezeichnet“, sagt Thies. Nur wenn es hinreichende Anhaltspunkte dafür gebe, dass der Konsum von Alkohol regelmäßig und typischerweise zum Eintritt von Schäden führt, seien generelle Alkoholverbote zulässig.

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) werde bei seinen Reviergängen im Stadtgebiet von nun an wieder regelmäßig den Stadtgarten besuchen. „Der KOD hat die Möglichkeit, Ordnungswidrigkeiten direkt zu ahnden, er kann aber im Vorfeld auch schon Personengruppen ansprechen, bevor es zu Konflikten kommt“, sagt Thies.

Den größten Erfolg verspricht er sich allerdings von der offiziellen Eröffnung des Stadtgartens. „Je mehr Leben und Besucher im Park sind, desto mehr greift die soziale Kontrolle.“