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Sportlerwahl 2018 : Der große Hunger auf Erfolg

Ringen Aline Rotter-Focken vom KSV Germania ist nach wie vor vom Ehrgeiz gepackt.

Aline Rotter-Focken gehört nicht zu den Menschen, die einem verpassten Erfolg lange hinterher trauern. Die Weltklasse-Freistil-Ringerin aus Hüls hat schnell den Frieden gemacht mit diesem frühen Viertelfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft in Budapest, als sie die Olympiasiegerin Erica Wiebe am Rande einer Niederlage hatte, 4:1 bis kurz vor Schluss führte, dann aber dennoch verlor. Immerhin hat die 27-Jährige gesehen, dass sie in ihrem ersten Jahr in der neuen Gewichtsklasse bis 76 Kilogramm so weit weg von der Weltspitze nicht war. „Ich war weiter als ich dachte“, sagt Rotter-Focken rückblickend: „Wiebe ist Weltspitze. Und die war machbar für mich.“ Und mehr noch. Die Krefelderin hat durch diese Erfahrung neuen Elan gewonnen: „Es war ein Gefühl wie: jetzt erst recht. Und auch die Trainer haben mir gesagt: Du bist dran.“

Training im Schwarzwälder Bärenkeller

Die neue Motivation spürte die 27-Jährige  in den vergangenen Monaten im Anschluss an die WM. Einer kurzen Pause folgten Training und Extraschichten. „So fit war ich im Winter noch nie“, sagt Rotter-Focken, die mit ihrem Mann, dem Ringer Jan Rotter, in Triberg im Schwarzwald lebt, dort im „Bärenkeller“, einem ausgebauten Kraftraum, trainiert. „Die Sinne sind geschärft. Ich bin noch heißer als vorher“, sagt die Athletin, die weiter ihrem Heimatverein KSV Germania angehört.

Die EM verpasste sie verletzt. Dafür feierte Rotter-Focken drei Turniersiege. Gold gewann sie beim Yasar-Dogu-Turnier in Istanbul, beim Dan Kolow & Nikola Petrow-Memorial in Sofia sowie beim Grand Prix in Bukarest. „Ich habe  nur zwei Kämpfe in 2018 verloren. Es war ein gutes Jahr“, sagt Rotter-Focken. Das war bei den Poland Open, als sie ebenfalls an Erica Wiebe scheiterte, Zweite wurde – und  in Budapest bei der WM.

Die Lehrgänge haben wieder begonnen. Bei der WM 2019 will sich Rotter-Focken auf direktem Weg für Olympia 2020 in Tokio qualifizieren. Ihr Hunger auf Erfolg ist noch nicht gestillt. Im Gegenteil: Er ist noch größer geworden.

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