Michael Schrader: Der Zehnkampf seines Lebens

Michael Schrader: Der Zehnkampf seines Lebens

Krefeld. Geboren: 1. Juli 1987 in Duisburg Vereine: Eintracht Duisburg, Bayer Uerdingen und Leverkusen, SC Hessen Dreieich Erfolge 2013: Vize-Weltmeister im Zehnkampf in Moskau

Auf seiner Homepage meldet sich Zehnkampf-Vizeweltmeister Michael Schrader regelmäßig zu Wort. Nach seiner Silbermedaille in Moskau war dies der Fall und zuletzt einen Tag vor Heiligabend, nachdem der 26-Jährige zum NRW-Sportler des Jahres 2013 gekürt worden war.

Deutschlands Zehnkämpfer sind wieder in aller Munde, und das vor allem wegen Michael Schrader, den viele schon abgeschrieben hatten. Dem Uerdinger hatte niemand mehr ein Comeback zugetraut, nachdem er sich 2012 von Verletzung zu Verletzung geschleppt hatte. Der Zehnte der Olympischen Spiele von Peking war nicht mehr als einer von vielen beim zweitklassigen Zehnkampf in Ulm.

Doch Schrader war und ist aus einem anderem Holz geschnitzt als viele seiner Vorgänger. Mit Geduld und Beharrlichkeit kam der Bayer-Athlet fast sensationell wieder aus der Versenkung hervor. Bei Regen und empfindlich niedrigen Temperaturen feierte der ehemalige Schützling von Trainer Torsten Voss, bei dem er sich immer noch viele Tipps abholt, im Mai 2013 im Ulmer Donaustadion ein tolles Comeback. 8427 Zähler hatte Schrader nach zwei Tagen gesammelt, so viele, dass er die Qualifikation für die WM in Moskau in der Tasche hatte.

Bei den 14. Welttitelkämpfen in Moskau kämpfte und rackerte sich Schrader in die Herzen der Zuschauer und beendete eine 16-jährige medaillenlose Zeit.

Mit der neuen Bestleistung von 8670 Punkten holte sich der Uerdinger die Silbermedaille hinter dem favorisierten Weltrekordler und Olympiasieger Ashton Eaton. „Das war der Zehnkampf meines Lebens“, gesteht Schrader. Damit steht der 26-Jährige in einer Reihe mit ehemaligen Zehnkampfgrößen wie Jürgen Hingsen (1982/1984) und Dennis Leyckes (2000), die beide ebenfalls Krefelds Sportler des Jahres waren.

Das sagt Schrader . . . . . . zu seinem Highlight 2013:

Schrader: „Natürlich der Gewinn der Silbermedaille im Zehnkampf bei der WM in Moskau. Dort war der 400-Meter-Lauf für mich das schönste Erlebnis, weil ich es endlich geschafft habe, unter der Schallmauer von 48 Sekunden zu bleiben.“

. . . zu seinen Zielen für 2014:

Schrader: „Gesund zu bleiben. Wenn ich frei von Verletzungen bin, kann ich ganz viel erreichen, das habe ich 2013 bewiesen. Natürlich möchte ich bei der EM in Zürich dabei sein.“

. . . zum Reiz des Zehnkampfes:

Schrader: „Der Reiz ist, mit dieser enormen körperlichen Belastung klarzukommen und in all den Disziplinen immer wieder den inneren Schweinehund zu besiegen.“

WZ-Leser wählen: Sportler des Jahres 2013