Michael Nimczyk: Früh aufstehen für den Erfolg

Michael Nimczyk: Früh aufstehen für den Erfolg

Krefeld. Geboren: 16. Mai 1986 in Mönchengladbach-Neuwerk Wohn- und Trainingsort: Willich-Schiefbahn Erfolge 2013: Sieger in 158 Rennen, Gewinn des Goldhelms als bester deutscher Berufsfahrer

Jeden Morgen um 5.30 Uhr klingelt bei Michael Nimczyk der Wecker. Der Trabrennfahrer hat jeden Tag Frühschicht. Die Pferde auf dem heimischen Hof in Willich-Schiefbahn wollen gepflegt und trainiert werden. Die harte Arbeit zahlt sich aus: Ende 2013 hat der 27-Jährige zum dritten Mal das begehrte Championat der Trabrennfahrer gewonnen. Das äußere Zeichen ist der Goldhelm, den er nun bei allen seinen Fahrten trägt.

Nimczyk trainiert auf dem Gelände am Unterbruch in Schiefbahn, das seinem Onkel Hans Brocker, einem der größten Möhrenvermarkter Deutschlands, gehört. Zweimal in der Woche verlässt Nimczyk frühmorgens das Trainingszentrum Kaiserhof und fliegt nach Berlin-Tegel. Im Gestüt des Berliner Traber-Präsidenten Ulrich Mommert in Eichstädt trainiert Nimczyk etwa 30 Pferde. „Um 15.20 Uhr geht es zurück nach Düsseldorf und von dort zu den Rennen nach Gelsenkirchen“, sagt Nimczyk. Vor Mitternacht sei er selten zu Hause.

Der dreifache Deutsche Meister, der schon als Kind im Sulky saß, gesteht: „Es kommt vor, dass ich schon um 21 Uhr ins Bett gehe, wenn keine Rennen stattfinden.“ 780 Rennen hat er 2013 gefahren, davon 158 gewonnen, was den Besitzern der Pferde rund 410 000 Euro einbrachte. Nimczyk hat seine Berufung gefunden, obwohl seine Eltern ihm zunächst eine Ausbildung zum Speditionskaufmann nahelegten. Doch Mutter Beate war einsichtig, der Sohn durfte auf Pferdewirt umsatteln.

Eigentlich kein Wunder bei der familiären Vorbelastung durch Vater Wolfgang, selbst Trainer und Fahrer und als Trainer 2013 Vizechampion. Die 22 Jahre alte Tochter Cathrin wurde im selben Jahr Championesse im Trabreiten, eine schwierige und körperbetonte Disziplin, bei der die zweibeinigen Sportler nicht im Sulky, sondern im Sattel sitzen und die Pferde mit maximaler Geschwindigkeit traben.

In der überschaubaren Freizeit von Michael Nimczyk wird im Winter in der Halle und im Sommer draußen Fußball gespielt. Zu den Heimspielen von Borussia Mönchengladbach geht es mit vier VIP-Karten der Familie. „Wir versuchen, so viele Heimspiele wie möglich zu sehen“, sagt der 27-Jährige. Nur wenn zeitgleich Trabrennen stattfinden, gewinnt die Pflicht vor der Neigung.

Das sagt Nimczyk . . . . . . zu seinem Highlight 2013:

Nimczyk: „Zum dritten Mal nach 2008 und 2009 der Gewinn des Championates und damit auch des Goldhelms.“

. . . zu seinen Zielen für 2014:

Nimczyk: „Obwohl das schwer genug wird, aber den Goldhelm möchte ich schon verteidigen.“

. . . zum Reiz des Trabrennsports:

Nimczyk: „Die tägliche Arbeit mit den Pferden, die Liebe zu ihnen und zu sehen, wie sie im Rennen alles geben.“

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