Mario Erb: Als Kapitän ein echtes Vorbild

Mario Erb: Als Kapitän ein echtes Vorbild

Mario Erb, vom Regionalligisten KFC Uerdingen, füllt sein Amt perfekt aus — auf und neben dem Platz.

Hier der Trainer, dort die Mannschaft. Immer etwas zwischen den Stühlen zu stehen, macht Mario Erb nichts aus. Als Kapitän des Tabellenzweiten KFC Uerdingen führt er seit dem Sommer die Mannschaft aufs Feld. Er ist aufgrund seines Amtes der Vermittler zwischen Michael Wiesinger und den Spielern des Fußball-Regionalligisten — der erste Ansprechpartner. In 19 Spielen gab es nur zwei Niederlagen und elf Gegentore. Das ist auch sein Verdienst, in einer von hochklassiger Erfahrung geprägten Abwehrkette, die ihre Festigkeit in der Hinserie eindrucksvoll bewies. Neun Begegnungen blieben die Krefelder in Folge ohne Gegentor. Der 27-Jährige bildet mit Christopher Schorch das Pärchen in der Innenverteidigung.

Erb, der in der vergangenen Saison schon die Drittliga-Fußballer von Rot-Weiß Erfurt anführte, siedelte im Sommer nach Krefeld um, lebte erst sechs Wochen in einem Hotel am Bockumer Platz, heute in Kaarst. Die lauten Töne sind nicht sein Ding. Seine Worte sind gut gewählt. Kritik ja, Pranger nein. Das schätzt auch sein Mitspieler René Vollath: „Er strahlt auf und neben dem Platz extrem viel Ruhe aus. Er füllt das Kapitänsamt mit Leben. Er ist da, kümmert sich um viele Dinge, macht es sehr seriös. Ohne großes Trara und Show.“ Die Ziele sind hoch in Uerdingen. Aber ansonsten wäre Erb wahrscheinlich auch nicht gekommen: „Ich will nicht ewig in der Regionalliga spielen. Ziel ist es, mit dem KFC wieder nach oben zu kommen. Ich bin zufrieden. Es war sportlich ein positives erstes Halbjahr.“

Ausgebildet in der Jugend des FC Bayern wechselte der Münchener von den Amateuren über Aachen nach Unterhaching und Erfurt. „Ich habe schon gute und schlechte Zeiten erlebt“, sagt Erb. Ständig unterwegs sein, muss der 27-Jährige abseits des Fußballs nicht: „Ich bin froh, wenn ich mal zu Hause bin.“ Dann wird auch schon mal die Playstation aus dem Schrank geholt. Ein paar Teamkollegen kommen vorbei. Ob dann auch virtuell Fußball gespielt wird, ist nicht überliefert. Die Punkte sammelt Erb lieber in der Wirklichkeit auf dem Platz ein. anle

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