So klappt es mit dem Schulstart — für Kinder, Eltern und Lehrer

So klappt es mit dem Schulstart — für Kinder, Eltern und Lehrer

Fast 2000 i-Dötzchen haben in dieser Woche ihren ersten Schultag. Eine erfahrene Pädagogin gibt Tipps, wie der Anfang für alle Seiten gelingen kann.

Krefeld. Am Donnerstag ist ein aufregender Tag für viele i-Dötzchen und ihre Familien. Die Kinder sind gespannt darauf, wie alles wird und ob sie neue Freunde finden. Die Eltern erhoffen sich für den Nachwuchs einen guten Start in den wichtigen Lebensabschnitt. Und die Lehrer wollen den Mädchen und Jungen zu einem fröhlichen Beginn verhelfen. Die WZ sprach mit einer Rektorin, woran alle gemeinsam arbeiten können, damit der Start ein Erfolg wird.

Ursula Bongartz ist Leiterin der Astrid-Lindgren-Grundschule in Hüls. „Meine Kollegen und ich sind wirklich jedes Jahr gespannt auf ,unsere‘ neuen Kinder“, sagt sie. „Wir kennen sie ja bereits seit der Anmeldung im November, als sie den ersten Kontakt mit der Schule hatten und danach durch den Einschulungsparcours, bei dem eventuell nötiger Förderbedarf festgestellt wird. Im Dezember haben sie dann noch zwei Stunden Schulluft bei uns geschnuppert.“

Für „ihre“ Kinder haben die Lehrer die Räume frisch gestrichen und neu gestaltet, damit die i-Dötzchen in eine schöne Umgebung kommen. Bongartz: „Die Pädagogen suchen Namen wie Tiger, Bären oder Zebras für ihre Klassen aus, die sie dann vier Jahre begleiten. Die ersten Schritte sind aufregend für beide Seiten.“

Zum guten Start gehört, dass ein Kind neugierig und unbefangen auf die Schule losgeht. Deshalb ist es wichtig, was die Eltern ihrem Kind vor der Einschulung erzählen. Bangemachen gilt dabei überhaupt nicht.

„Sprüche wie: ,Na warte mal, wenn du erst in die Schule gehst . . .‘, oder auch nur ,Dann beginnt der Ernst des Lebens!‘, sind echte Bremsklötze beim Start“, weiß die Schulleiterin. Trennungsgefühle zu zeigen, sei ebenso schlecht.

„Die Kinder müssen dem Ereignis positiv gegenüberstehen und schöne Erinnerungen daran haben.“ Deshalb gebe es ja auch die Tüte. Bongartz hofft, dass nicht nur Süßes darin steckt, sondern auch Buntstifte, Mäppchen oder andere nützliche Dinge.

Die ersten Tage dienen den Mädchen und Jungen zum Kennenlernen. Dabei wird ganz unbewusst schon gelernt: Der Weg zum Klassenraum und auf den Schulhof, die Frühstückszeit und die Tatsache, nicht immer reden und umhergehen zu können. Außerdem wird der neue Nachbar oder die Nachbarin am Tisch in Augenschein genommen. „Alles geschieht spielerisch für die gute Eingewöhnung“, sagt die Schulleiterin. In ihre Einrichtung kommen in diesem Jahr 72 i-Dötzchen.

An ihren eigenen ersten Schultag kann sich Ursula Bongartz noch genau erinnern. „Ich kam 1968 in die katholische Grundschule Hüls, die heute Schule an der Burg heißt. Wir waren 45, also ganz viele Kinder, und ich war nur daran interessiert, ob meine Freundin in meiner Klasse war. Das hat geklappt, wir haben nebeneinander gesessen.“

Ganz stolz war sie auf ihre Tafel, den weißen Griffel und das Putzschwämmchen. „Als Erstes haben wir Schlangenlinien gemalt; ich erinnere mich noch genau.“ Ebenso sind Bongartz das blaue Samtkleid, die dunkelblaue Tüte und ihre raspelkurzen Haare in Erinnerung. „Ich habe immer eine positive Einstellung zur Schule gehabt. Das wünsche ich jedem Kind.“