Kultur: Samurai — die spezielle Schwerttechnik

Kultur: Samurai — die spezielle Schwerttechnik

Die Museumsscheune ist Ort einer Demonstration, wie der Kriegeradel mit Präzision die Kunst des Kampfes führt.

Krefeld. Nils ist neun und hat seinen Vater überredet, doch mal nach Linn zu radeln. „In der Museumsscheune zeigt eine Samurai-Gruppe Kampftechniken und das würde ich gerne sehen“, sagt der kleine Kampfsportfan, der bei den Schwertkampfvorführungen dann voll auf seine Kosten kommt. Mäuschenstill ist es in der Scheune, als Klaus Stolte mit seinem Schüler Michael Hegenberg Kampftechniken des Kriegeradels demonstriert.

Dabei kommt es nicht auf Schnelligkeit, sondern Genauigkeit an, erklären die Mitglieder der Düsseldorfer Samurai-Gruppe Takeda den Zuschauern, die angehalten sind, Fragen zu stellen. Im Rahmen der zur Zeit laufenden Ausstellung „Kirschblüten und Haifischhaut — Textilien der Samurai und Bürger in der Edo-Zeit“ präsentierte sich der Samurai-Verein.

Ganze Samurai-Rüstungen waren da zu bestaunen. „Alle Rüstungen haben wir in Eigenarbeit hergestellt und haben uns sehr am Original orientiert“, verrät Uwe Behrendt. Neben ihm steht Ruth Grützmacher in Geisha-Kampfrüstung. Denn: „Auch Frauen durften kämpfen. Manchmal mussten sie auch, um Haus und Hof zu verteidigen.“

Grützmacher und Behrendt stellen sich den Fragen der Besucher des Textilmuseums. So bringen sie Interessierten die Aspekte des Lebens und der Arbeit der Samurai näher. „Wir stellen die Zeit des Fürsten Takeda nach“, erzählt Uwe Behrendt. „Der Fürst hatte Mitte des 16. Jahrhunderts 24 Generäle. Also Samurai als Berater, Vertraute und Leibgarde“, so Behrendt.

Zu größeren Veranstaltungen, zum Beispiel dem Düsseldorfer Japanfest, kommt die Samurai-Gruppe Takedo dann mit noch mehr Utensilien, wie Zelten oder Handwerksgeräten dieser Zeit.

In Linn dürfen die Besucher erstmal genaue Blicke auf die Rüstungen werfen, während Klaus Stolte und Michael Hegenberg in der Museumsscheune weiter Kampftechniken demonstrieren — allerdings nicht in Rüstung, sondern dem Samurai-Freizeit-Outfit.

Hegenberg schwingt das Schwert und Stolte erklärt Schritt für die Schritt jedes Kata — Bewegungsabfolgen, die im Kampf eingesetzt werden. „Ein Samurai sollte diese Abfolgen so verinnerlichen, dass er während des Kampfes nicht mehr nachdenkt“, erklärt Hegenberg und freut sich mit Stolte über das Interesse an der Vorführung.

Mehr von Westdeutsche Zeitung