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Realschüler sprechen mit HIV-Betroffenen

Realschüler sprechen mit HIV-Betroffenen

Autor gibt Einblicke in seinen Alltag.

Krefeld. Vieles rund um die Krankheit Aids ist auch heute noch weitgehend unbekannt. Halbwissen schafft jedoch Unsicherheit. Die Schüler der Realschule Oppum erhielten kurz nach dem Welt-Aids-Tag am Sonntag gestern Informationen aus erster Hand. Autor Matthias Gerschwitz war vor Ort, las aus seinem Buch „Endlich mal was Positives“ und gab beim Gespräch mit den Mädchen und Jungen Einblicke in sein Leben, den Alltag eines HIV-Betroffenen.

Patrick findet es interessant, wie offen Gerschwitz mit dem Thema umgeht. „Es gibt auch Leute, die sich nicht erklären“, findet der 16-Jährige. „Er hat uns gesagt, wie man sich schützen und wie man helfen kann. Auch, dass man mit HIV nicht gleich stirbt.“ Da habe die Gesellschaft etwas Falsches erzählt.

Die 15-jährige Gina hat eine ähnliche Ansicht: „Es ist toll, wie offen er damit umgeht, wie positiv er im Leben steht und zu uns kommt, um uns zu warnen.“

Gerschwitz ist seit 1994 infiziert. Der gebürtige Wuppertaler erklärt die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, wenn er beispielsweise einen Schnupfen oder eine Thrombose hat. „Auch mit Grapefruitsaft vertragen sich die Arzneien nicht.“ Der HI-Virus verändere sich zudem, die Medikamente müssten immer neu darauf eingestellt werden. Er plädiert für geschützten Verkehr. Immer.

„Man muss verantwortungsbewusst sein“, sagt der Autor. „Man infiziert sich durch ungeschützten Verkehr und Drogenmissbrauch intravenös.“ Er sagt aber auch, dass dank der Medikamente heute zwei Drittel der Betroffenen die Krankheit nicht mehr weitergeben.

Rund 150 Schüler der neunten und zehnten Klassen sitzen auf dem Boden der Sporthalle, lauschen interessiert und stellen verschiedene Fragen. „Es ist das erste Mal, dass wir diesen Weg zur Prävention gehen“, berichtet Anja Wiese von der Krefelder Aids-Hilfe. „Nach 30 Jahren Vorbeugungsarbeit wollen wir uns stets etwas Neues ausdenken.“

Die Organisation veranstaltet die Informationstage mit der IG Metall, dem DGB und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Philipp Einfalt von der GEW erklärt: „Schulen sind der richtige Ansatz für moderne Aufklärungsarbeit, um Ängste und Unsicherheit abzubauen.“

Bürgermeister Frank Meyer begleitet jedes Jahr eine Veranstaltung zum Thema und dankt der Aids-Hilfe, dass sie mit ihrer Arbeit die Stadt unterstützt.