Prinzenpaar will an die Spitze

Prinzenpaar will an die Spitze

Heribert II. und Christina I. haben nur wenig Zeit zur Vorbereitung auf die Session. Beide setzen auf das Brauchtum.

Krefeld. Krefeld hat ein neues Prinzenpaar für die Session 2014/15: Heribert „Hepp“ Boosen und Christina Maria Gerda Schwirtz-Lindner übernehmen als Heribert II. und Christina I. die närrische Regentschaft. Am Donnerstag stellte sich das neue Prinzenpaar offiziell im Rathaus vor. Heribert II. und Christina I. sind dem Brauchtum eng verbunden. Boosen hat sich die Pflege der krie-ewelschen Mundart nicht nur auf seine närrischen Fahnen geschrieben. „Mir rutscht schon mal Platt raus“, sagt der 53-Jährige. Den Krefelder Karneval möchte der gebürtige Hülser in dieser Session wieder auf einen Spitzenplatz bringen.

Christina I. liegt das Brauchtum rund um den Krefelder Karneval sehr am Herzen. Das neue Sessions-Motto „All onger een Kapp“ finden beide gut. Viel Zeit hatten die Neuen nicht, sich auf ihr neues Amt vorzubereiten. Da trifft es sich gut, dass beide karnevalserprobt sind. Für Christina I. erfüllt sich sogar ein Kindheitstraum: „Einmal Prinzessin sein.“ Als Kind war sie Funkemariechen in der Tanzgarde der KG Oppumer Klante.

Seit 2007 nimmt die 49-jährige Gastronomin der Paulus Klause mit 28 Mitgliedern ihres Stammtischs „80-10-10er“ als Fußgruppe am Rosenmontagszug teil. „Ich habe schon im letzten Jahr mit einem Gast rumgesponnen, ob wir nicht das Prinzenpaar werden sollten“, erzählt Schwirtz-Lindner. „Aber das war nur Traumdenken.“ Soviel sei verraten: Der Gast wird bald in die Ministerriege aufgenommen.

Dass Christina I. jetzt gemeinsam mit ihrem Lebenspartner die Krefelder Jecken regiert, ist dem ehemaligen Gastronomen und KFC-Geschäftsstellenleiter Heinz Schmedders zu verdanken. Er schlug das Prinzenpaar dem Vizepräsidenten des „Comitées Krefelder Carneval von 2014“, Albert Höntges, vor. Privat kennt Höntges seine Tollität Prinz Karneval schon mehr als 40 Jahre. Heribert II. war einige Jahre Mitglied bei den Spielfreunden Uerdingen. In dieser Zeit war er in zwei Sessionen im Regiments-Spielmannszug der Prinzengarde der Stadt Köln unterwegs. Mit der von ihm mitgegründeten Gruppe „Sieburg Oilers“ nahm Heribert II. an drei Krefelder Rosenmontagszügen teil. Warum er jetzt Prinz wird? „Aus Liebe zur Prinzessin und aus Spaß am Karneval.“

Der gelernte Betriebsschlosser arbeitet als Verwaltungsmitarbeiter bei der Stadt Krefeld. Eine frühere Station war die Ordnungsbehörde, seit zweieinhalb Jahren ist Boosen im Gesamtpersonalrat der Stadt Krefeld tätig. Zehn Jahre lang war der bekennende Eishockey- und KEV-Fan als Hallenmeister für die Krefelder Eishallen zuständig. Auch Christina I. brennt für die Krefeld Pinguine, ist Mitglied des Fanclubs „Goast Pinguine“. Singen ist ein weiteres Hobby, „am liebsten hinter der Theke der eigenen Gaststätte“. Das neue Prinzenpaar wohnt in Krefeld-Inrath. Beide sind sozial engagiert.

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