Musikalische Feuerwerke

Musikalische Feuerwerke

Nachwuchspianisten zeigen, was sie gelernt haben. Krefelder Meisterkurse ohne Beteiligung aus Deutschland.

Krefeld. Die besten Nachwuchspianisten zweier Kontinente präsentierten am Karfreitag ihr Können im Campus Fichtenhain. Zum Abschluss der Internationalen Klavier-Meisterkurse Krefeld gaben sie ein Konzert, bei dem vieles, das in den vorangegangenen Tagen erst erarbeitet worden war, bereits dem Publikum vorgestellt wurde. Professor Klaus Hellwig aus Berlin zeigte sich beeindruckt vom Mut seiner Meisterschüler und auch von ihrem Können, die Anregungen so schnell und perfekt umzusetzen.

Die "begabte und hoch motivierte Gruppe" bestand aus sechs Studentinnen und vier Studenten: Veronika Böhmova (Tschechien), Georgy Chaidze (Russland), Yukiko Kawabata und Haruka Kuroiwa (Japan), Grzegorz Niemczuk (Polen), Nadezhda Pisareva (Russland), Heghine Rapyan (Armenien), Yoonsoo Rhee (Korea), Ayano Shimada (Japan) und Alessandro Trebeschi (Italien).

Musikalisch spannten die Studenten den Bogen vom Barock bis ins 20. Jahrhundert, von Bach über Haydn, Beethoven, Chopin, Schumann, Liszt, Debussy, Rachmaninow bis Strawinsky. Doch gleich aus welcher Epoche das vorgetragene Werk stammte, es war stets eines, das die Beherrschung des Instruments forderte. Atemberaubende Tempi und eine Vorliebe für Fortissimo-Passagen kennzeichneten alle Auftritte. Für ein Konzert, das gut zwei Stunden dauert, kann diese Aneinanderreihung musikalischer Parforce-Ritte anstrengend werden - aber schließlich ging es an diesem Abend darum, dass sich die Absolventen eines Meisterkurses präsentierten.

Eine Pianistin, Yukiko Kawabata, wagte es, mit Stücken aus Debussys Préludes II auch leisere und ruhigere Töne anzuschlagen. Aber den musikalischen Naturstimmungen aus einer Heidelandschaft und dem Treiben von Wassergeistern, die einfühlsam interpretiert wurden, folgten dann ebenso "Feux d’artifice", brillante Feuerwerke.

Das Publikum belohnte die internationale Schar der Meisterschüler mit kräftigen Applaus; auch ihr Lehrer, Professor Klaus Hellwig, wurde auf die Bühne geholt. "Es gibt schon zu denken", bemerkte Hellwig in einem Interview, "dass keine deutschen Teilnehmer dabei waren." Sie besitzen derzeit wohl nicht das Niveau. Aber zwei Gruppen mit unterschiedlichen Leistungsvermögen wären auch keine Lösung, so seine Meinung.

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